Über neunzig Tote bei Explosionen in Pakistan und Indien

6. August 2003, 09:43
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Wucht der Detonation eines pakistanischen Sprengstofflagers bringt mehrere Häuser zum Einsturz - Schwere Gasexplosion in Westindien

Gilgit/Ahmedabad - Bei der Explosion eines Sprengstofflagers sind am Sonntag in einem nordpakistanischen Dorf mehr als fünfzig Menschen getötet worden. Die Detonation wurde nach Angaben der Polizei ausgelöst, als ein durch Kurzschluss verursachter Brand in einem Haus der Ortschaft Gayal auf ein benachbartes Lager mit Sprengstoff übergriff. Der Sprengstoff war für den Straßenbau bestimmt.

Die Wucht der Detonation brachte mehrere Häuser in dem 3000 Einwohner zählenden Dorf 170 Kilometer südlich von Gilgit zum Einsturz. 70 Dorfbewohner wurden verletzt, 28 von ihnen lebensgefährlich.

Viele starben beim Versuch zu helfen

Bei den meisten Opfern handelte es sich um Menschen, die das Feuer löschen wollten, ohne zu wissen, dass in der Nähe Sprengstoff gelagert wurde. Als sich rund zweihundert Freiwillige an den Löscharbeiten beteiligten, explodierte das nahe gelegene Sprengstofflager. Mindestens 45 Menschen waren auf der Stelle tot, 13 Menschen wurden nach Angaben der Behörden noch unter den Trümmern vermisst. Verzweifelte Angehörige suchten mit bloßen Händen nach Verschütteten.

Staatschef Pervez Musharraf drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Premierminister Zafarullah Jamali ordnete Ermittlungen an. Dem Betreiber des Sprengstofflagers warfen die Behörden unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vor. 44 Leichen wurden noch am Sonntagabend beigesetzt.

Nach schwerer Gasexplosion in Westindien steigt Opferzahl auf 43

Nach einer Gasexplosion im westindischen Unionsstaat Gujarat hat sich die Zahl der Todesopfer auf 43 erhöht. Bis Montagmorgen seien 12 weitere Leichen aus den Trümmern der drei eingestürzten Häuser geborgen worden, teilte die Polizei in der Stadt Surat mit. Am Sonntagabend war noch von mindestens 31 Toten die Rede gewesen.

Bei der Explosion, die sich in der Nacht zum Sonntag ereignet hatte, handelte es sich allem Anschein nach um einen Unfall. Im Erdgeschoss eines der drei betroffenen Gebäude befanden sich Werkstätten zur Bearbeitung von Diamanten. Dort wurden nach der Aussage von Anrainern Gasflaschen zum Antrieb der Schneide- und Poliermaschinen eingesetzt. Diese Methode ist in Indien weit verbreitet, obgleich sie gesetzeswidrig ist. (APA)

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