Kärntner Team Stronach stellt sich hinter Köfer

7. Oktober 2013, 23:04
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Keine Abspaltung der Kärntner Landesgruppe, aber Forderungen an die Bundespartei

Wien/Graz/Klagenfurt - Kathrin Nachbaur, Topmanagerin im politisch halbinsolventen Unternehmen Team Stronach, hat alle Hände voll zu tun, den Betrieb am Laufen zu halten. In den Parteifilialen in den Ländern mucken die dortigen, zum Teil abgesetzten Chefs auf und weigern sich, die Darlehen zurückzuzahlen, die Parteigründer Frank Stronach ihnen gegeben hat. Am Mittwoch soll nun eine Aussprache in Oberwaltersdorf die Sachlage klären.

In Kärnten kommt es vorerst zu keiner Abspaltung von der Bundespartei. Darauf einigte man sich Montagabend in den Parteigremien. Mit der Bundespartei will man allerdings über einen Forderungskatalog verhandeln. Demnach müsse der in der Vorwoche gefeuerte Landeschef Gerhard Köfer und der gesamte Vorstand wieder eingesetzt werden. Auch auf die von Stronach geforderte Rückzahlung von einer Million Euro aus Kärnten soll verzichtet werden. Außerdem verlangt die Kärntner Landesgruppe weitestgehende Autonomie mit eigenem Statut und eigener Parteibezeichnung.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurden Köfer und der alte Vorstand von den Präsidiums- und Gründungsmitgliedern wieder eingesetzt. Köfer legte ein Rechtsgutachten vor, wonach seine Absetzung statuten- und rechtswidrig sei. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, würde seine Gruppe austreten, sagte Köfer in der "ZiB 2". Doch auch Siegfried Schilli, von Stronach zum Kärntner Parteichef befördert, beansprucht die Spitzenfunktion für sich. Damit wird der Streit vertagt.

Stronach wies im "Kurier" die Forderungen aus Kärnten zurück. Er werde vor allem nicht akzeptieren, dass die Darlehen nicht zurückgezahlt werden. Laut Parteianwalt Michael Krüger hat Stronach 23,1 Millionen Euro in das Team Stronach investiert. Zehn Darlehensmillionen will Stronach zurückhaben.

Nachbaur hatte am Montag neue, demokratische Parteistrukturen angekündigt. In Hinkunft sollen Landesparteiobleute demokratisch per Votum gewählt werden. Bisher wurden die Parteichefs von Stronach eingesetzt.

Nachbaur muss sich auch im Parlament um Zusammenhalt bemühen. Hier reißen Gerüchte nicht ab, Abgeordnete könnten Lockrufen anderer Parteien nachgeben und das Team verlassen, um eine schwarz-blaue Koalition zu ermöglichen. Davon wisse sie nichts, blockt Nachbaur ab. Unklar ist, was mit dem Mandat der ehemaligen ORF-Chefin Monika Lindner passieren wird. Lindner hat sich noch vor der Wahl aus der Partei zurückgezogen. (mue/stein, DER STANDARD, 8.10.2013)

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    Gerhard Köfer - Parteiobmann oder nicht Parteiobmann? Diese Frage beschäftigte das Team Stronach in Kärnten am Montag.

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