Markus Hinterhäuser neuer Intendant der Salzburger Festspiele

25. September 2013, 14:34
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Der Wunschkandidat wird sein Amt 2017 antreten

Dass der Posten des Salzburger Festspielintendanten sein absoluter Traumjob sei, hat Markus Hinterhäuser nie verheimlicht. Nun wurde der Wunschkandidat von Kuratoriumsmitgliedern und Politikern einstimmig zum Nachfolger Alexander Pereiras gewählt. Auch Helga Rabl-Stadler wurde am Mittwoch erwartungsgemäß als Präsidentin der Salzburger Festspiele bestätigt.

Auch bei seiner ersten Bewerbung 2009 hatte man Hinterhäuser im Vorfeld Hoffnungen gemacht. Doch dann ließ man den damals von Publikum und Kritik gleichermaßen heiß verehrten Konzertchef der Salzburger Festspiele doch im wahrsten Sinn des Wortes im Vorzimmer zur Macht sitzen - gemeinsam mit Pierre Audi übrigens, der seit 1988 die Amsterdamer Oper leitet. Und der sich auch dieses Mal wieder beworben hatte, obwohl eigentlich von Beginn an alle - Kuratorium wie auch Politik - eindeutige Präferenzen für Hinterhäuser erkennen ließen, allen voran Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. Derselbe Heinz Schaden, der Hinterhäuser noch 2009 gönnerhaft empfohlen hatte, erst einmal außerhalb Salzburgs Erfahrungen sammeln. Mit seinem erklärten Wunschkandidaten Pereira habe man, so Schaden damals, "einen großen Zampano der Oper für Salzburg verpflichtet".

Die Begeisterung für den großen Zampano hielt nicht einmal eine Saison lang. Der Elan, mit dem Pereira die Festspiele in alle Richtungen qualitativ und quantitativ dehnen und strecken wollte, verschreckte Kuratoren wie Politiker. Weil man Pereira keine Zusage auf Vertragsverlängerung geben wollte, bewarb er sich für die Intendanz der Scala, wurde genommen ­- und wechselt bekanntlich nach Ablauf der kommenden Saison vorzeitig nach Mailand. Weshalb in aller Eile, aber ohne Findungskommission, ein Nachfolger gesucht werden musste.

"Das Kuratorium hat sich diese wichtige Entscheidung zur eigenen Sache gemacht", sagte Andrea Ecker, Sektionschefin im Kunstministerium und Kuratoriumsvorsitzende; das Verfahren sei sorgfältig und transparent gewesen. Nach "beeindruckenden Gesprächen mit großartigen Kandidaten" hat man sich, erwartungsgemäß, für Hinterhäuser entschieden, der 2011 sozusagen schon ein Probejahr als Intendant absolviert hat: Jürgen Flimm war damals vorzeitig ab-, Alexander Pereira noch nicht angetreten. Auch jetzt wird es ein Interregnum geben: Bis zu Pereiras ursprünglichem Vertragsende 2016 wird Salzburgs Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf als künstlerischer Leiter gemeinsam mit Festspiel-Präsidentin Rabl-Stadler die Festspiel-Geschicke leiten. Für Hinterhäuser ein ideales Timing: Sein Dreijahresvertrag mit den Wiener Festwochen läuft 2016 aus.

Nun wird Hinterhäuser wohl auch wieder für ein verträglicheres Gesprächsklima bei den Festspielen sorgen. Denn anders als Pereira sucht der sensible Konzertpianist den Konsens: "Ich glaube, dass die Festspiele zunächst einmal eine Haltung formulieren, eine Temperatur erzeugen müssen. Eine Temperatur des Außerordentlichen. Dass man das nicht in 180 Veranstaltungen durchhalten kann, ist klar. Aber man muss für die Kunst ein Klima der Reflexion, der Auseinandersetzung erzeugen. Man muss den Anspruch stellen, dass hier Dinge passieren, die sich vom Ganzjahresbetrieb unterscheiden."

Pereira, der zurzeit in Mailand weilt, wollte sich zu seinem Nachfolger nicht äußern. Er gönne Hinterhäuser den Job von ganzem Herzen und wünsche ihm wirklich viel Glück: "Vor allem aber wünsche ich ihm, dass die Subventionsgeber endlich die Subventionen erhöhen - und zwar nicht nur um zwei Millionen Euro, wie ich es in meinem Bericht ans Kuratorium im Februar dieses Jahres gebeten habe." Sonst nämlich müsse das Programm so drastisch reduziert werden, dass es nicht mehr den Festspielen entspräche. (Andrea Schurian, derStandard.at, 25.9.2013)

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    Markus Hinterhäuser ist ab 2017 Intendant der Salzburger Festspiele.

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