China sichert sich Rohstoffzugang

24. September 2013, 18:40
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Staatsfonds steigt bei Uralkali ein

Moskau - China ist in Osteuropa aktuell auf Einkaufstour. Der chinesische Staatsfonds CIC stieg über eine Tochter mit 12,5 Prozent bei Uralkali ein, indem er eine Wandelanleihe in Aktien des russischen Konzerns umtauschte. Die Investition ist knapp zwei Milliarden Dollar groß, der Staatsfonds CIC verwaltet insgesamt mehr als 570 Milliarden Dollar an Vermögen.

Finanzkreisen zufolge kam es zu dieser Wandlung, weil der Börsenwert von Uralkali wegen der jüngsten Turbulenzen am Kali-Markt unter die Marke von 20 Milliarden Dollar gefallen ist. Uralkali hatte Ende Juli das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt, was in der Branche Furcht vor einem Preisverfall auslöste. Da China zu den größten Konsumenten von Kali-Düngern gehört, wird es aus Sicht von Experten wahrscheinlicher, dass Uralkali die Preise wie angekündigt drückt und dies durch größere Mengen wettmacht - unter anderem durch den Absatz nach China.

China kauft sich weltweit in Agrar- und Rohstoffkonzerne ein, das Engagement bei einem russischen Unternehmen ist jedoch außergewöhnlich. Für Uralkali könnte der Deal von großer Bedeutung sein, da Großaktionär Suleiman Kerimow seinen Anteil von rund 20 Prozent verkaufen möchte.

Ackerland in der Ukraine gefragt

China sichert sich womöglich auch in großem Ausmaß Ackerland in der Ukraine. Das Staatsunternehmen Xinjiang Production and Construction Corps (XPCC) könnte bis zu drei Millionen Hektar erwerben, um etwa Feldfrüchte für den chinesischen Markt anzubauen. Das entspricht dem 2,2-Fachen der gesamten österreichischen Ackerfläche. In einer ersten Tranche sollen 100.000 Hektar aufgekauft werden. China kauft schon seit längerem Ackerland im Ausland zu, um die Versorgung seiner Bevölkerung zu sichern. In China lebt etwa ein Fünftel aller Menschen weltweit, der Staat verfügt aber nur über neun Prozent des fruchtbaren Landes. (red; Reuters, DER STANDARD, 25.9.2013)

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