Libanon: Hisbollah-Mitglied bei Bombenexplosion getötet

4. August 2003, 10:59
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Saleh war Sicherheitsbeamter der iranischen Botschaft - Hisbollah droht Israel mit Rache

Beirut - Die radikale libanesische Schiiten-Organisation Hisbollah hat nach dem Bombenanschlag in Beirut Isreal mit Rache gedroht. Bei der Explosion einer Autobombe wurde am Samstag ein Mitglied der Hisbollah getötet. Es soll sich um Ali Hussein Saleh handeln. In dem von der pro-iranischen Organisation betriebenen Fernsehsender "Al Manar" in Beirut wurde Israel zugleich mit Rache gedroht. "Alle verfügbaren Informationen belegen zweifelsfrei Israels volle Verantwortung für dieses abscheuliche Verbrechen, das nicht ohne Strafe bleiben wird".

Aus Sicherheitskreisen verlautete, der durch die Autobombe getötete Mann sei ein libanesischer Sicherheitsbeamter der iranischen Botschaft. Libanons Kulturminister Ghazi Aridi sagte, das Attentat habe mit der Rolle der Hisbollah zu tun, die zum Abzug der israelischen Besatzungstruppen aus Süd-Libanon im Jahr 2000 geführt habe. Das Anschlagsopfer habe sich früher im Kampf gegen die israelischen Besatzungstruppen hervorgetan, sagte er dem Sender "Al Jazeera". "Ich glaube, diese Tat war gezielt darauf ausgerichtet, ihn auszuschalten." Die iranische Botschaft lehnte einen Kommentar zu dem Anschlag ab und äußerte sich auch nicht zu etwaigen Beziehung zu dem Opfer.

Bombe auf dem Rücksitz

Ali Hussein Saleh, der Fahrer des Wagens, befand sich den Angaben zufolge auf dem Weg zur iranischen Botschaft, wo er als Sicherheitsbeamter beschäftigt war. Die Hisbollah bestätigte in einer Erklärung, dass der 42-Jährige eines ihrer Mitglieder war. Auf dem Rücksitz seines Autos war eine Zwei-Kilogramm-Bombe deponiert, die nach etwa 100 Metern Fahrt detonierte. Das Auto wurde bei der Explosion vollständig zerstört. Augenzeugen berichteten, der Fahrer sei durch die enorme Sprengkraft in Stücke gerissen worden. Ein Passant erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Israel hatte sich im Mai 2000 aus der Sicherheitszone im Süden Libanons nach 22 Jahren zurückgezogen, nachdem die Armee dort immer wieder bei Angriffen der Hisbollah und anderer Freischärler heftige Verluste erlitten hatte. (APA/Reuters/AP)

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