Animationskünstler Hayao Miyazaki geht in Pension

6. September 2013, 20:51
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Der Filmemacher bleibt allerdings den Ghibli-Studios treu und wird sich unter anderem um ein Museum kümmern

Venedig/Tokio - Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki will keine Filme mehr drehen. Der japanische Regisseur werde in Pension gehen, erklärte der Präsident der Ghibli-Studios, Koji Hoshino,  bei den Filmfestspielen Venedig.  Miyazaki ist 72 Jahre alt und feierte mit seinen Animationsfilmen wie "Das wandelnde Schloss" und "Prinzessin Mononoke" weltweit Erfolge. Für "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann er 2002 den Goldenen Bären bei der Berlinale und 2003 einen Oscar.

Genaueres verkündete Miyazaki dann selbst am Freitag in Tokio vor 600 Journalisten - mit dem Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter: "Mein Zeitalter der langen Filme ist endgültig beendet". Weil er in der Vergangenheit wiederholt seinen Rücktritt erklärt hatte, fügte er hinzu: "Diesmal ist es ernst." Er wolle aber noch "mindestens zehn Jahre" weiterarbeiten: "Ich bin frei." Miyazaki wird weiter für sein Studio Ghibli tätig sein und sich unter anderem um ein Museum kümmern.

Mitsubishi Zero

Um sein aktuelles Werk "The Wind Rises"/"Kaze Tachinu", der im Wettbewerb von Venedig läuft, gab es in den vergangenen Wochen Kontroversen. Der Film erzählt von dem Erfinder des Jagdflugzeugs Mitsubishi Zero, das im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielte. Japans Ultrarechte warfen Miyazaki, der als vehementer Kriegsgegner bekannt ist, vor, "anti-japanisch" und "ein Verräter" zu sein. Der Regisseur hatte wiederholt erklärt, die Ultrarechten hätten das Flugzeug für ihren "Patriotismus" und zur Kompensierung ihres "Minderwertigkeitskomplexes" missbraucht.

Mit dem Film wollte er das "außergewöhnliche Genie" von Jiro Horikoshi, dem Entwickler der Zero, ehren und ihn aus den Händen der  Ultrarechten reißen, sagte Miyazaki.  Seinem Werk schickte Miyazaki einen Essay in der Hauszeitschrift seines Studios Ghibli voraus, in dem er sich energisch gegen die von Ministerpräsident Abe angestrebte Revision der pazifistischen Verfassung ausspricht.  (APA, 6.9.2013)

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    Mit "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann Hayao Miyazaki 2002 den Goldenen Bären bei der Berlinale und 2003 einen Oscar.

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