Neue Immuntherapie gegen Hautkrebs im Test

28. August 2013, 10:25
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Schwarzer Hautkrebs ruft eine Entzündungsreaktion hervor, die das Immunsystem blockiert - Wie Forscher zeigen konnten, kann dadurch der Tumor nicht von Abwehrzellen angegriffen werden

Heidelberg/Mannheim - Eine der wichtigsten Strategien im Kampf gegen den Schwarzen Hautkrebs - im Fachjargon Malignes Melanom genannt - besteht darin, das Immunsystem bei seinem Vorgehen gegen die Tumorzellen zu unterstützen. Denn die bösartigen Zellen entwickeln zahlreiche Strategien, um den Angriffen der eigentlich so schlagkräftigen Immunabwehr zu entkommen. Solche Mechanismen werden als immunologische Escape-Phänomene bezeichnet. 

Eine wesentliche Rolle dabei spielen die sogenannten Suppressorzellen. Diese Zellen können die Immunantwort gegen Hautkrebszellen wirkungsvoll unterdrücken, wie Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und des Universitätsklinikums Mannheim nachweisen konnten. "Wie viele andere Tumore auch, ruft der Schwarze Hautkrebs eine chronische Entzündung hervor. In der Umgebung des Tumors werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die zahlreiche Suppressorzellen an den Brandherd locken", erläutert Studienleiter Viktor Umansky.

Klinische Studie in Vorbereitung

Die zum Tumor gewanderten Suppressorzellen wiederum unterdrücken eines der wichtigsten Instrumente des Immunsystems im Kampf gegen Krebs, die T-Zellen. "Eigentlich sind T-Zellen dazu in der Lage, den Tumor gezielt anzugreifen. Kommen sie jedoch in Kontakt mit einem bestimmten Molekül auf der Oberfläche der Suppressorzellen, stellen sie einfach ihre Aktivität ein. - Diesen Prozess zu unterbinden ist essenziell für die erfolgreiche Immuntherapie des Malignen Melanoms", betont der Experte.

In Labortests gelang es den Wissenschaftlern, die Produktion der Entzündungsbotenstoffe erfolgreich zu unterdrücken. Die daraus resultierende Foge war, dass keine Suppressorzellen zum Tumor gelockt wurden. - Die T-Zellen konnten also ungestört zum Krebsherd wandern und den Tumor bekämpfen.

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass durch das Unterdrücken der immunhemmenden Entzündung die Krebsabwehr auch beim Menschen verbessert werden kann. "Derzeit bereiten wir eine klinische Studie vor, um unsere Erkenntnisse im Praxisalltag zu überprüfen. Wir hoffen, dass unsere Forschungsergebnisse dazu beitragen, Schwarzen Hautkrebs zukünftig besser behandeln zu können", sagt Umansky. (red, derStandard.at, 28.8.2013)

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