Burma: Buddhisten attackieren Rohingya-Dorf

26. August 2013, 15:58
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Hunderte Demonstranten brennen Geschäfte und Häuser nieder - Mutmaßliche Vergewaltigung als Auslöser

Rangun - In Burma ist es erneut zu schweren religiös motivierten Ausschreitungen gegen Muslime gekommen. Hunderte Demonstranten brannten Geschäfte und Häuser in einem Dorf der zentral gelegenen Region Sagaing nieder und attackierten herbeieilende Feuerwehrkräfte, wie das Informationsministerium am Sonntag mitteilte. Die Protestierenden hätten zudem mit Steinschleudern geschossen, wodurch die Situation "unkontrollierbar geworden" sei. Sicherheitskräfte hätten deshalb mehrfach Warnschüsse abgegeben.

Die Unruhen waren laut offizieller Darstellung ausgebrochen, nachdem ein muslimischer Mann am Samstag wegen des Verdachts festgenommen worden war, eine buddhistische Frau vergewaltigt zu haben. Daraufhin zogen rund 150 Protestierende und drei buddhistische Mönche vor die Polizeiwache und forderten die Auslieferung des Mannes.

Die Bevölkerung Burmas ist zu fast 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime. Religiös motivierte Gewalt bricht immer wieder aus: Im vergangenen Jahr wurden allein im Westen des Landes etwa 200 Menschen getötet, vorwiegend Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya. (APA, 26.8.2013)

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    Spuren eines Angriffs hunderter Buddhisten.

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    Ein Rohingya-Junge sammelt die Überreste seines Besitzes ein.

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