Eybl International wählt Wien als künftigen Börsenplatz

5. August 2003, 10:40
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Notiz im Prime Market ab 19. September im Visier - Delisting von Nasdaq Europe im Plan

Wien - Der Kremser Autozulieferer Eybl International hat seine Entscheidung für den künftigen Börseplatz getroffen: Die Aktien des Kfz-Innenausstatters sollen schon bald nur mehr an der Wiener Börse notieren - mit der Absicht "einer frühest möglichen Aufnahme in den Prime Market", sagte Eybl-Vorstandschef Johannes Elsner am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen. Die Entscheidung der Wiener Börse darüber steht im August an. Als erster Handelstag werde der 19. September angepeilt, nicht zuletzt weil an diesem Tag auch das neue Eybl-Forschungs- und Entwicklungszentrum Automotive Interieur (FAI) in Krems eröffnet werden soll.

Das Delisting an der vor der Auflösung stehenden Nasdaq Europe bzw. vom dritten Markt in Wien läuft laut Elsner nach Plan. Vom Neulisting an der Wiener Börse verspricht er sich, dass "alles, was an der Nasdaq negativ war", nicht mehr ist. Die Voraussetzungen für den Prime Market seien nicht zuletzt mit rund 28 Prozent Streubesitz erfüllt, erwartet werde ein "liquider Handel", der durch einen Market Maker unterstützt wird. Damit sollte sich der Turnaround auch in der Kursentwicklung widerspiegeln, hofft Elsner.

Erste Dividende 2006

Aussicht auf Dividende haben die Eybl International-Aktionäre erst für das Geschäftsjahr 2005/06. "Die erste Dividende zahlen wir im August 2006", bekräftigte Elsner heute.

Durch die jüngste Kapitalerhöhung hält der Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries - Fries Familien Privatstiftung 16,6 Prozent, Rudolf und Anna Fries 15,4 Prozent, Dr. Rudolf Fries 2,2 Prozent, Mag. Elisabeth Bukowieki-Fries 2,2 Prozent - zusammen mit der Eybl Holding Privatstiftung (16,1 Prozent) mittlerweile 52,5 Prozent an dem Unternehmen. Größere Einzelaktionäre sind weiteres die IGALA Stiftung mit 8,7 Prozent, die Rudolf Pauli Privatstiftung mit 7,9 Prozent sowie Reinhard Stein mit 2,7 Prozent.

Das Forschungszentrum im niederösterreichischen Krems, in das heuer rund 3,5 Mio. Euro investiert wurden, soll künftig Forschungsaufträge in Kooperation mit Autoherstellern und Systemlieferanten abwickeln. "Vor allem bei Verbund von verschiedenen Materialien in der Autoinnenausstattung (Leder, Stoff, Kunststoff) gebe es bei den Kunden "Unsicherheiten".

Wie die Partnerschaften für die Forschung genau aussehen wird, werde sich in den nächsten Monaten herauskristallisieren, so Elsner. Im Zentrum stehe aber die Positionierung des FAI als Kompetenzzentrum. "Was wir sicher nicht tun werden ist reine Lohnforschung", betonte der Eybl-Chef.

Insgesamt wird Eybl International im laufenden Wirtschaftsjahr 2003/04 (per Ende März) mehr als 21 Mio. Euro investieren.(APA)

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