Drogeriekette Dayli sperrt endgültig zu

12. August 2013, 13:11
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Der Gläubigerausschuss beschließt das Ende, die 2.200 verbliebenen Mitarbeiter verlieren ihren Job. Mögliche Investoren zahlten nicht

Wien/Pucking – Die insolvente Drogeriekette Dayli sperrt endgültig zu. Da sich kein Investor gefunden hat, der bereit ist, Geld in die Firma zu stecken, ziehen Gläubigerausschuss und Gericht den Stecker. 2.200 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Bis Freitag hätte ein potenzieller Geldgeber 1,15 Millionen Euro einzahlen müssen. Mittelfristig hätte es 40 Millionen Euro für eine Sanierung gebraucht.

Dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner zeigte sich am Montag über die glücklose Investorensuche "frustriert". Mit Investoren seien Gespräche bis zur letzten Minute geführt worden, aber nichts Konkretes sei dabei herausgekommen. "Eine Finanzierungszusage erfolgte, wurde aber nicht eingehalten", so Mitterlehner am Montag in einer Aussendung. Dayli-Eigentümer Martin Zieger hat kein Geld zugeschossen.

Filetierung

Vorige Woche schürte Mitterlehner noch Hoffnungen, dass die Schließung nicht das Aus für das Unternehmen und die Arbeitsplätze bedeuten müsse: "Ich gehe davon aus, dass einige Investoren warten, bis das Unternehmen geschlossen ist, damit dann die interessanten Unternehmensteile herausgekauft und die benötigten Dienstnehmer wieder neu eingestellt werden können."

Sonderlich große Erwartungen, dass das passiert, macht sich Mitterlehner aber nicht mehr: "Nach den Erfahrungen der letzten Tage habe ich auch da keine großen Hoffnungen."

Historische Pleite

Die Insolvenz von Dayli ist nach Mitarbeiterzahlen die größte Handelspleite in den vergangenen 20 Jahren. Bisher haben bereits 1.261 Dayli-Mitarbeiter - großteils Frauen in Teilzeit - ihren Job verloren, weitere 2.200 Beschäftigte sind nun von der Schließung betroffen. Geschlossen werden die 522 noch offenen österreichischen Filialen und das Lager in Pöchlarn (NÖ). 

Die Filialen in Luxemburg und Belgien bleiben laut dem Masseverwalter vorerst noch offen. Auch die Zentralverwaltung in Pucking (OÖ) samt Bezirksleitungen wird noch benötigt.

Dayli-Logistiker zahlungsunfähig

Auf einem Nebenschauplatz hat am Freitag der Logistiker A. S. Distributions-Service Gesellschaft mit Sitz im niederösterreichischen Pöchlarn (Anton-Schlecker-Straße 2) Insolvenz angemeldet. Die Gesellschaft hatte mit Dayli nur einen Kunden. (APA/red, derStandard.at, 12.8.2013)

Wissen

Die größte Handelspleite der Zweiten Republik war jene des Konsum mit 17.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen hatte im Jahr 1995 Ausgleich angemeldet und wurde dann abgewickelt.

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