Salomonen: Erfolg für internationale Interventionstruppe

1. August 2003, 11:42
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Milizführer kündigt Entwaffnung an

Auki - Eine Woche nach Beginn ihrer Friedensmission hat die internationale Eingreiftruppe auf den Salomonen einen weiteren Erfolg verbucht. Milizenführer Jimmy Rasta, der im Jahr 2000 einen Putsch gegen die Regierung anführte, kündigte am Mittwoch eine Entwaffnung seiner Kämpfer zum 15. August an. Rasta erklärte sich nach einem Treffen mit dem Leiter der von Australien angeführten Interventionstruppe, Nick Warner, zu dem Schritt bereit. Als Bedingung nannte er, dass er nicht wegen illegalen Waffenbesitzes strafverfolgt wird.

Das Parlament der in Chaos und Anarchie versunkenen Salomonen hatte um den Einsatz der ausländischen Truppen gebeten, nachdem bewaffnete Gruppen den größten Teil der Hauptinsel Guadalcanal unter ihre Herrschaft gebracht hatten. Ministerpräsident Sir Allan Kemakeza hatte die Hauptstadt Honiara aus Sicherheitsgründen verlassen. Die internationale Friedenstruppe traf am Donnerstag auf den Salomonen ein. Der 2.000 Mann starken Interventionstruppe gehören auch Soldaten aus Neuseeland, Fidschi, Papua-Neuguinea und dem Königreich Tonga an.

Die Salomonen-Inseln sind seit Jahren Schauplatz ethnischer Konflikte. Auf dem Archipel mit knapp einer halben Million Einwohner sollen allein in diesem Jahr Dutzende der Gewalt bewaffneter Milizen zum Opfer gefallen sein. Als Hauptursache der Unruhen gelten anhaltende Spannungen zwischen Ureinwohnern auf der Hauptinsel Guadalcanal und Zuwanderern aus der Provinz Malaita. 93 Prozent der Bevölkerung sind Melanesier, vier Prozent Polynesier, 1,5 Prozent Mikronesier.

Ein Teil der Inselgruppe gehörte ab 1885 an zum damaligen deutschen Kolonialreich, den Rest übernahmen die Briten. 1920 kamen die deutschen Protektoratsgebiete unter australische Verwaltung. Seit 1978 sind die Salomonen eine unabhängige parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin. (APA/AP)

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