Leistungsschutzrecht: Großteil der Verlage stimmt Google-Nutzung zu

30. Juli 2013, 14:38
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Hunderte Verlage haben schriftlich zugestimmt

Am Donnerstag startet in Deutschland das Leistungsschutzrecht, das gesetzlich der lizenzfreien Verwendung von Texten im Internet ein Ende setzt. Als besonderer Vorkämpfer für das umstrittene Gesetz positionierte sich in den letzten zwei Jahren die Axel Springer AG, die globalen Mitbewerbern wie Google und damit der Gratiskultur die Stirn bieten wollte.

Umso mehr verwundert es jetzt, dass kurz vor Inkraftreten des Gesetzes, selbiges Medienhaus am Montag mit einem schriftlichen Einverständnis angekündigt hat, dass seine Artikel-Snippets weiterhin kostenlos auf Google News gezeigt werden können. Am Dienstag hat nun auch der Burda Verlag seine Zustimmung bekannt gegeben. 

Gefahr erheblicher Reichweitenverluste

Damit folgen die beiden Riesen dem Beispiel von hunderten deutschen Verlagen, die bereits in den letzten Wochen ihre Zustimmung zu Googles Geschäftsbestimmungen abgegeben hat. Laut der Fachzeitschrift "Journalist" hätten sich bislang nur die "Saarbrückener Zeitung", der "Trierische Volksfreund", die "Rhein-Zeitung" und die "Lausitzer Rundschau" gegen eine Weiterverwertung der Artikel-Snippets auf Google News entschieden. 

Eine Ausnahme bildet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die ihr Einverständnis nur unter Einschränkungen gegeben hat. Roland Gerschermann, Geschäftsführer der "F.A.Z.", erklärte den Entschluss mit der Gefahr erheblicher Reichweitenverluste und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Risiken.

Verwertungsgesellschaft in Planung

Wie meedia.de berichtet, scheint das Einverständnis der Verlage nur für die Übergangsphase geplant zu sein. Im Hintergrund soll indes an einer Verwertungsgesellschaft gebastelt werden, welche für eine kollektive Verwertung der Texte Obsorge tragen soll. (red, derStandard.at, 30.7.2013)

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