Grasser: Causa Schwiegermutter ungelöst

25. Juli 2013, 13:04
467 Postings

War Karl-Heinz Grasser in Sachen Schwiegermuttergeld in der Schweiz? Nein, sagen die Ermittler. Doch, sagt der Anwalt

Wien - Karl-Heinz Grasser bleibt seit langem dabei: Er sei Opfer einer Verfolgungskampagne. Jene halbe Million Euro, die er noch als Finanzminister von der Schweiz nach Österreich gebracht habe, sei ein Investment aus dem Vermögen und zugunsten seiner Schwiegermutter gewesen. So lautet Grassers Version ungeachtet aller Zweifel daran.

Rund 500.000 Euro will der Ex-Finanzminister bekanntlich für Marina Giori-Lhota mittels Geldtransfer in bar über die Schweizer Grenze transportiert und dann veranlagt haben, damit er sein Geschick bei Veranlagungen beweisen könne. Die Ermittlungsbehörden sehen das schon lange anders. Nun könnten sie das auch mit Bewegungsprotokollen belegen, weiß das "Format".

Geht es nach den Ermittlern, sind die 500.000 Euro Schmiergeld aus dem Buwog-Verkauf. Das sei unter anderem dadurch belegbar, dass sich weder seine Schwiegermutter noch Grasser selbst zu der von ihm genannten Zeit in der Schweiz aufgehalten hätten. Für diesen Nachweis habe die Justiz keine Mühen gescheut und unter anderem bei Kreditkartenfirmen, Reisebüros und Fluglinien aufwendig recherchiert.

Nicht jede Bewegung erfassbar

"Stimmt nicht", sagt Grasser-Anwalt Manfred Ainedter. Nicht jede Bewegung sei auch erfassbar - so gebe es auch die Möglichkeit, von der Schweiz mit dem Auto nach Österreich zu reisen. Laut "Format" würden die Flugdaten bei der AUA beweisen, dass Grasser statt wie angegeben in der Schweiz in Neapel und Peking war.

In dem Anlassbericht der Justiz vom 24. Jänner, der dem Magazin nach Eigenangaben vorliegt, heißt es: "Der Erhebungsbericht erhärtet den Verdacht, dass Karl-Heinz Grasser am Geld, das in bar am Ferint-Konto bei der Meinl Bank eingezahlt wurde, persönlich wirtschaftlich berechtigt ist und es nicht, wie von ihm behauptet, von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota stammt." Vielmehr sei es Geld aus dem Buwog-Verkauf.

Grassers Schwiegermutter soll aber ohnedies schon im Vorjahr in einem Schreiben an das Innsbrucker Finanzamt bestritten haben, wirtschaftlich Berechtigte des Investment-Kontos gewesen zu sein. (APA/red, derStandard.at, 25.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Karl-Heinz Grasser: Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Share if you care.