EU-Image weiter auf Tiefststand

23. Juli 2013, 18:16
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Zwei Drittel der Österreicher sehen sich als EU-Bürger

Brüssel - Im dritten Halbjahr in Folge hat sich das Ansehen der EU unter ihren Bürgern nicht verbessert. Das ergab das Eurobarometer für das Frühjahr 2013. 30 Prozent der befragten Europäer hatten eine positive Meinung zur Union, fast gleich viele - 29 Prozent - eine negative. Ergebnisse für die einzelnen Staaten waren zu dieser Frage zunächst nicht verfügbar.

66 Prozent der Österreicher sahen sich bei der Befragung als EU-Bürger, vier Prozentpunkte mehr als im EU-Schnitt. Spitzenreiter sind die Luxemburger (88 Prozent), gefolgt von Malta (81 Prozent). An letzter Stelle stehen Zypern und Griechenland, wo sich nur 45 und 44 Prozent der Befragten als europäische Bürger sahen.

Der Eindruck, die eigene Stimme zähle auf EU-Ebene etwas, hat sich im Vergleich zu früheren Untersuchungen verbessert. Insgesamt 67 Prozent teilten diese Einschätzung. Nur 28 Prozent - drei weniger als im Vergleichszeitraum 2012 - widersprachen.

Ihre Wirtschaftsaussichten sahen nur 26 von 100 Befragten positiv, dieser Wert ist seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend unverändert. Die Österreicher zeigten sich optimistischer. 63 Prozent bewerteten die Wirtschaft in Österreich positiv. Desaströs hingegen die Einschätzung in Spanien, Zypern und Griechenland - 99 und zweimal 98 Prozent bewerteten die Situation ihres Landes negativ. Auch im neuen Mitgliedstaat Kroatien gaben sich 97 Prozent der Befragten pessimistisch. Insgesamt gab es in elf der 28 EU-Staaten weniger als zehn Prozent positive Einschätzungen.

Österreicher uninteressiert

Schwerpunkt der Umfrage waren diesmal die Rechte der europäischen Bürger, immerhin hat sich die EU für 2013 das Ziel gesetzt, das Wissen darüber zu mehren. Nur 46 Prozent der Befragten gaben an, über ihre Rechte als Unionsbürger Bescheid zu wissen, in Österreich waren es 55 Prozent. Europäische Spitzenreiter sind die Österreicher dafür unter jenen, die auch keine weiteren Informationen dazu wünschen: 59 Prozent gaben sich uninteressiert. Im EU-Schnitt sagten dies nur 39 von 100.

EU-weit gefallen ist das Wissen über das Funktionieren der Union: Nur 52 Prozent der Befragten wussten, dass Mitglieder des EU-Parlaments direkt von den Bürgern gewählt werden, das sind fast zehn Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr 2010. In Österreich war die Hälfte der Befragten darüber informiert. (red, DER STANDARD, 24.7.2013)

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