Abgelöst: Zeitungsmanager ruft Gleichbehandlungs- kommission an

12. Juli 2013, 16:43
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"Wiener Zeitung" : Schiessl sieht sich diskriminiert

Wien – Die 17 Seiten gingen diese Woche ans Kanzleramt, an den Senat II der Gleichbehandlungskommission. Karl Schiessl sieht sich weltanschaulich diskriminiert: Er musste die Geschäftsführung der "Wiener Zeitung" nach 15 Jahren an einen Sozialdemokraten abgeben; der entspreche nicht der Ausschreibung. "Offenbar waren ausschließlich parteipolitische Überlegungen maßgeblich", steht im Antrag an die Kommission. Schiessl behält sich vor, den Fall vor Gericht zu bringen.

Dem Kanzleramt hat der 57-Jährige schon im Juni geschrieben. Damals erklärte er Kanzler Werner Faymann als oberstem Eigentümervertreter der staatlichen "Wiener Zeitung" auf Bedenken gegen Nachfolger Wolfgang Riedler.

Die Ausschreibung forderte etwa: "Erfahrung in der wirtschaftlichen Leitung eines Mediums, Verlages oder eines vergleichbaren Unternehmens mit Internetauftritt, Onlineportalen und webbasierten Dienstleistungen." Riedler, früher Finanz- und Kulturstadtrat sowie SPÖ-Chef in Graz, erklärte auf STANDARD-Anfrage zuletzt, er habe etwa als Finanzstadtrat "aktiv Managementfunktionen" ausgeübt, sei "beruflich in verschiedenen wirtschaftlichen Funktionen tätig"  gewesen. Dass Riedler als Manager der Zeitung Beamter des Landes Steiermark bleibe, widerspreche Vorgaben und Gesetzen, warnte Schiessl. Auch das wies Riedler zurück.

Auf Faymanns Antwort wartet Schiessl bis heute, heißt es im Schreiben an die Kommission. Und: Selbst der für die Zeitung im Kanzleramt zuständige Abteilungsleiter im Kanzleramt habe Schiessl bestätigt, nur er habe den Anforderungen entsprochen. Er managte (neben einer Radiofirma) die ÖVP und ihre Parteizeitung im Burgenland und 15 Jahre die "Wiener Zeitung". Ihr Eigenkapital habe er in der Zeit trotz weniger Pflichteinschaltungen von 0,7 auf 20 Millionen Euro erhöht, Digitalaktivitäten auf-, Inhalte ausgebaut. (fid, DER STANDARD, 12.7.2013)

 

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