Bundesliga wird weiter Zuschauer verlieren

12. Juli 2013, 12:30
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Aufsteiger Grödig mit kleinem Stadion und "begrenztem Potenzial" - Ligaschnitt seit EM 2008 permanent rückläufig

Wien - 899 Zuschauer haben sich in der vergangenen Saison im Schnitt in die Untersbergarena verirrt. Bundesliga-Aufsteiger SV Grödig ist wahrlich kein Publikumsmagnet. Dank im Eilzugstempo durchgezogener Umbauarbeiten am Stadion werden die Salzburger zwar die Anforderungen der Liga erfüllen. Der Zuschauerschnitt von Österreichs höchster Fußball-Spielklasse dürfte aber weiter fallen. Seit der Heim-EM 2008 hat er das jedes Jahr getan.

9.284 Fans waren in der Saison 2007/08 durchschnittlich pro Spiel in die Stadien gepilgert. In der abgelaufenen Spielzeit waren es nur noch 6.820. Der Absteiger Mattersburg trug dazu im Schnitt immerhin 4.949 Besucher bei - deutlich mehr als das adaptierte Grödiger Stadion mit seinen vorerst temporären Tribünen überhaupt fassen wird (rund 4.000).

"Grödig hat begrenztes Potenzial, das wissen wir. Wenn die vier oder fünf größten Clubs leicht zulegen, könnte der Schnitt von Grödig aber abgefangen werden", rechnete Bundesliga-Vorstand Georg Pangl vor. Bei Rapid scheint das angesichts von im Vorjahr durchschnittlich 14.221 Fans nur schwer möglich. Auch Meister Austria erreichte mit 9.581 Zuschauern pro Spiel bereits eine stattliche Zahl.

Zuschauerstarke Traditionsclubs wie der LASK, Vorwärts Steyr oder der Wr. Sportklub könnten das Geschäft im Profifußball beleben. "Natürlich wünscht man sich Vereine mit großem Potenzial. Aber ich wünsche mir auch keines meiner Schäfchen weg", betonte Pangl. Einen Imageverlust für die höchste Spielklasse durch den "Dorfclub" Grödig befürchtet er nicht.

"Es ist, wie es ist. Wir haben Bestimmungen, die Grödig einhalten wird - wenn auch nur haarscharf", erklärte Pangl. Der Burgenländer begrüßte den Eifer, mit dem die Salzburger an ihrem Projekt arbeiten. "Die Infrastruktur ist enorm wichtig. Leider sind sie bei Behörden angestanden, aber in den letzten zwei Wochen leisten sie Unglaubliches", lobte Pangl. "Alles ist minutiös geplant, da muss man den Hut ziehen."

Kommenden Donnerstag soll die Untersbergarena bundesligatauglich sein - zwei Tage vor dem Ligastart gegen die SV Ried. Theoretisch sei es auch noch zwei Stunden vor Spielbeginn ausreichend, erklärte Pangl. "Aber sie wissen schon, was sie tun. Sie haben einen gewissen Zeitdruck. Beim nächsten Mal müssen wir vielleicht etwas früher auf die Umsetzung der Bestimmungen drängen."

Vorerst beschäftigt den Bundesliga-Vorstand generell der Kampf gegen den Zuschauerschwund. "Da gibt es nichts schönzureden, daran müssen wir arbeiten", gestand Pangl. Wenig ändern werden die neuen, eine halbe Stunde späteren Anstoßzeiten. Am Samstag wird um 16.30 und um 19.00 Uhr gespielt, am Sonntag um 16.30. Die Termine sind fernsehfreundlicher, aber sind sie auch familienfreundlich? Pangl: "Alle Termine haben ein Für und Wider." (APA, 12.7.2013)

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    Der Bundesliga gehen weiter Zuschauer verlustig.

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