Neue Website informiert über nächtlichen Harndrang

11. Juli 2013, 17:42
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Die Ursachen der Nykturie sind vielfältig, ihre Folgen immer unangenehm - Wer öfter als einmal pro Nacht auf die Toilette muss, sollte einen Arzt aufsuchen

Nachts aufstehen müssen, um auf die Toilette zu gehen, ist lästig. Vermehrte nächtliche Ausflüge (med. Nykturie) sind aber meist mehr als das. "Übermäßiger nächtlicher Harndrang kann Anzeichen einer ernst zu nehmenden Erkrankung wie Diabetes mellitus, Herz- oder Nierenschwäche sein oder weitreichende Folgen wie Schlafstörungen oder nächtliche Unfälle durch Stürze haben", sagt Engelbert Hanzal, Leiter der Urogynäkologischen Ambulanz an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien. Betroffene würden etwa doppelt so oft unter Depressionen, Stimmungsschwankungen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche leiden wie Menschen ohne Nykturie.

Häufiges und unterschätztes Leiden

In Österreich wachen knapp elf Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen ab 20 Jahren öfter als zweimal pro Nacht wegen einer vollen Blase auf. Je älter wir werden, desto eher stört eine volle Blase den Schlaf. Bei den über 70-Jährigen macht der Harndrang bereits bei mehr als 40 Prozent die Nacht zur Qual. "Obwohl ausgezeichnete und rasche Hilfe möglich ist, werden ganz wenige Betroffene adäquat therapiert", sagt Hanzal. Von fast der Hälfte der Betroffenen werde der nächtliche Toilettenbesuch als natürliche Folge des Älterwerdens interpretiert, aber nicht als Ausdruck einer Krankheit, so Hanzal.

Ärztliche Hilfe ist angezeigt, wenn zwei oder mehr nächtliche Toilettenbesuche notwendig sind oder ein Drittel der gesamten täglichen Harnmenge nachts ausgeschieden wird. Die Ursachen sind vielfältig - die häufigste ist ein Mangel am Botenstoff ADH (antidiuretisches Hormon), das den Wasserhaushalt im Körper steuert und nachts den Harn in der Niere konzentriert. Fehlt es oder wird es in zu geringem Ausmaß im Zwischenhirn produziert, wird die Blase unentwegt mit Harn gefüllt.

Infos auf neuer Website

Um auch Erwachsenen einen Wegweiser zur raschen Hilfe und Abklärung ihres nächtlichen Problems zu geben, startete der Verein Club Mondkind - Anlaufstelle für Familien mit bettnässenden Kindern - das neue Infoportal nachtsaufsklo.at. Neben Information rund um Ursachen und Folgen einer unbehandelten nächtlichen Harnflut sowie Therapiemöglichkeiten, wie etwa der Ersatz des Botenstoffs ADH, steht auch eine Liste an Fachärzten bereit, bei denen Betroffene Hilfe finden. (red, derStandard.at, 11.7.2013)

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    Die Website www.nachtsaufsklo.at bietet Infos und Anlaufstellen für Betroffene von übermäßigem nächtlichem Harndrang.

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