Arthrose: Bewegung kann Schmerzen lindern

10. Juli 2013, 17:35
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Wer aufhört sich körperlich zu bewegen, riskiert die irreparable Schädigung seiner Gelenke, sagt der Orthopäde Joachim Grifka

Bad Abbach - In Österreich leiden etwa eine Million Menschen an arthrotischen Gelenkbeschwerden. So paradox es auch klingen mag, aber die wichtigste Therapie ist in vielen Fällen ausreichend Bewegung, berichtet der Online-Reportagedienst obx-medizindirekt. Während Schmerzmittel nur die Beschwerden lindern, stützt sanftes Training die Muskeln und gibt damit Halt und Kraft. "Viel bewegen, wenig belasten", empfiehlt Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg in Bad Abbach.

Ursache der Arthrose ist nicht unbedingt übermäßige Beanspruchung wie etwa bei Leistungssportlern oder bei Schwerarbeitern. Auch der bloße Bewegungsmangel, verstärkt durch Übergewicht, das permanent auf den Gelenken lastet, kann zu Arthrose führen. Auch hohe, schmale Schuhabsätze, können die Gelenke und die Wirbelsäule in Fehlstellung bringen und so eine unnatürliche Belastung verursachen.

"Wer rastet, der rostet"

"Vor allem regelmäßige Bewegung ist wichtig, um Arthrose vorzubeugen. Wer aufhört sich körperlich zu bewegen, riskiert die irreparable Schädigung seiner Gelenke. - Gemäß dem Motto: Wer rastet, der rostet", sagt Grifka. Ideal seien sanfte Sportarten, die keine abrupten Start- und Bremsmanöver erfordern - wie Schwimmen, Radfahren, Golf, Wandern, Skilanglauf oder Nordic Walking.

Der Ersatz eines extrem geschädigten Hüft- oder Kniegelenks mit einer Prothese ist die letztendliche Lösung bei massiven Beschwerden. "Vor dem Einsatz eines künstlichen Gelenks sollten aber alle anderen Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft werden", ist der Experte überzeugt. (red, derStandard.at, 10.7.2013)

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