Vatikan will Dialog mit Piusbruderschaft beenden

7. Juli 2013, 11:57
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Nach umstrittener Erklärung der ultrakonservativen Bruderschaft

Vatikanstadt - Der Vatikan will den vom früheren Papst Benedikt XVI. begonnenen Dialog mit der ultrakonservativen Piusbruderschaft beenden. Eine entsprechende Erklärung des deutschen Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller stehe unmittelbar bevor, berichtet das deutsche Magazin "Focus" unter Berufung auf Quellen in der Glaubenskongregation.

Kritik der Piusbrüder am Zweiten Vatikanischen Konzil

Anlass ist demnach eine Ende Juni veröffentlichte Erklärung der Bruderschaft zum 25. Jahrestag ihrer von Rom als illegal betrachteten Bischofsweihen. Darin kritisiert sie das Zweite Vatikanische Konzil, das in den 1960er Jahren Kirchenreformen einleitete, als "Ursache der schwerwiegenden Irrtümer, die gegenwärtig die Kirche zerstören".

Auch Lehramt, Ökumene und interreligiösen Dialog verdammen die Piusbrüder in der Erklärung. Folge all dieser Entwicklungen sei eine Schwächung des Glaubens. Als Reaktion auf die Formulierungen soll Erzbischof Müller laut dem Magazinbericht gesagt haben: "Nun reicht es aber wirklich."

Noch keine Stellungnahme von Franziskus

Der im Februar zurückgetretene Benedikt wollte eine Versöhnung mit den Piusbrüdern und sie wieder in den Schoß der Kirche aufnehmen. Seine Annäherung an die Gruppe war massiv kritisiert worden - selbst von mehreren katholischen Bischöfen. Benedikts Nachfolger Franziskus hat sich seit seinem Amtsantritt noch nicht öffentlich zu der Bruderschaft und den theologischen Konflikten mit ihr geäußert. (APA, 7.7.2013)

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    Piusbrüder im Gebet. Die Aufnahme entstand im Juni vergangenen Jahres während einer Priesterweihe in Ecône in der Schweiz.

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