Salzburg und Oberösterreich streiten um Recht auf Medizin-Fakultät

5. Juli 2013, 15:12
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Pühringer nach Salzburger Klagsdrohung gelassen

Linz/Salzburg - Salzburg und Oberösterreich streiten darüber, wer die älteren Rechte für eine medizinische Fakultät hat. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hatte sich am Dienstag mit dem Bund auf eine Finanzierung für eine Medizin-Fakultät in Linz geeinigt. Nun will auch Salzburg die Kosten für den medizinischen Mehraufwand für die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) vom Bund ersetzt bekommen.

Pühringer: "Klage etwas seltsam"

Der Arbeitsausschuss der Salzburger Landesregierung bereitet eine Klage beim Verfassungsgerichtshof vor, mit der das Land die Vergütung des klinischen Mehraufwands einklagen will. Man habe gegenüber Oberösterreich die älteren Rechte, die schon bei der Wiedererrichtung der Salzburger Universität im Jahr 1962 und im Universitäts-Organisationsgesetz 1974 festgehalten worden seien. "Wir finden das etwas seltsam, schauen aber einer solchen Klage gelassen entgegen", reagierte Pühringer auf die Salzburger Ankündigung. 

Oberösterreichisches Ansuchen von 1887 gefunden

Pühringer behauptet nun, dass der oberösterreichische Landtag bereits 1887 die Forderung nach einer Medizin-Fakultät erhoben habe. "Aufgrund des großen Ärztemangels, der vom Primararzt der oö. Landes-Irrenanstalt, Dr. Franz Schnopfhagen, kritisiert wird, fordert der oö. Landtag die Errichtung einer Chirurgischen Lehranstalt in Linz", heißt es im Abschnitt 1887 der Ärztechronik. 1892 ersuchte das Land dann um die Errichtung einer medizinischen Fakultät. Beide Ansuchen wurden allerdings von der Regierung abgelehnt. (APA, 5.7.2013)

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