Sechs Wege, um "aus dem Hintern der USA" zu kommen

Kommentar der anderen4. Juli 2013, 18:00
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Es wäre an der Zeit, endlich jenen Mut, den Menschen wie Bradley Manning und Edward Snowden uns vorleben, zu fassen und ihm entsprechend zu handeln

Es wäre an der Zeit, endlich jenen Mut, den Menschen wie Bradley Manning und Edward Snowden uns vorleben, zu fassen und ihm entsprechend zu handeln. Sechs Vorschläge, wie wir unseren Kopf wieder aus dem Hintern der USA ziehen könnten:

  •  Die Europäische Gemeinschaft bietet Snowden sofort und zeitlich unbefristet Asyl, weil er illegale, völker- und menschenrechtswidrige Aktionen der USA gegen EU-Staaten aufgedeckt hat.
  • Snowden und Manning werden sämtliche Auszeichnungen verliehen, welche europäische Staaten zu vergeben haben, an erster Stelle der "Friedensnobelpreis".
  • Apropos: Dieser wird Barack Obama umgehend aberkannt (wenn physisch nicht möglich, dann wenigstens in einem offiziellen symbolischen Akt), denn weder hat er ihn sich a priori noch ex post betrachtet verdient.
  • Die EU arbeitet mit Nachdruck daran, mit einer Stimme zu sprechen - und mit einer Hand zu handeln. Das inkludiert den viel zu lange verzögerten Aufbau einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik inklusive der notwendigen militärischen Infrastruktur, um sich gegen Feinde und "Freunde" zur Wehr setzen zu können.
  • Stichwort "Guantánamo": Die Europäer holen alle noch Inhaftierten nach Europa und ermöglichen ihnen die Integration in Ländern ihrer Wahl. Dazu gehört das kostenlose Angebot von Wohnmöglichkeiten für sie und ihre unmittelbaren Familienangehörigen sowie das Angebot zur kostenlosen Aus- und Weiterbildung.
  • Die EU macht den Ursprungsländern der Häftlinge und allen Ländern der "islamischen Welt" ein seriöses Angebot: Verhandlungen über wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit (inklusive Entwicklungshilfe) auf Augenhöhe. (Georg Schildhammer, DER STANDARD, 5.7.2013)

Georg Schildhammer lebt als Philosoph und Autor in Wien.

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