Polytec-Chef malt Jobabbau an die Wand

3. Juli 2013, 10:48
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Die Auslastung in Ebensee ist sehr schlecht. Für heuer keine Zukäufe geplant

Wien/Linz - Der Chef des börsenotierten oberösterreichischen Zulieferers Polytec, Friedrich Huemer, schließt einen Stellenabbau nicht aus und rechnet für heuer nicht mit Zukäufen. In einem Interview mit dem WirtschaftsBlatt erklärte er auf die Frage nach einem drohenden Jobabbau in den Werken in Österreich: "Das kann ich nicht ausschließen. Die Auslastung ist speziell in Ebensee sehr schlecht."

Flexiblere Arbeitsverhältnisse gewünscht

Der Hauptkunde im Non-Automotive-Bereich brauche derzeit nichts, der Umsatz mit Freizeitmöbeln sei so dramatisch zurückgegangen, dass man sich die Weiterführung des Bereiches überlegen müssen. Wie viele Mitarbeiter das betreffe, könne er noch nicht sagen.

In Deutschland müsste Polytec von der aktuellen Kapazitätsauslastung her im Bereich Composites rund 100 oder mehr Stammmitarbeiter abbauen, was im Wesentlichen die beiden großen Werke in Gochsheim und Weiden betreffe. Das sei aber nicht so einfach. In Deutschland Arbeitskräfte abzubauen koste viel Geld. "Bis die Arbeitsplätze abgebaut sind, vergeht vielleicht ein Jahr. In der Zwischenzeit schaut die Auslastung möglicherweise schon wieder ganz anders aus. Wenn wir uns die Planabrufe der nächsten Monate anschauen, dürften wir keine Jobs abbauen." Die Arbeitszeitmodelle hätten zu wenig Flexibilität. Er sei kein großer Verfechter von Leasingpersonal, aber man könne kurzfristige Spitzen besser abfangen.

Werben um chinesische Gunst

Zum Zeitrahmen für die Umstrukturierungen meinte er: "Ich würde sagen, das passiert in den nächsten Monaten." In den nächsten Wochen würden neue Aufträge entschieden. Zusätzliche Mitarbeiter brauche man im Engineering.

Bei den Expansionsplänen komme man in China mit der Mehrheitsübernahme des Partners nicht weiter. In Indien sei man über Kooperation oder mehr neu ins Gespräche gekommen, könnte aber auch etwas alleine machen. Der Polytec-CEO und Firmengründer geht davon aus, "dass wir innerhalb von zwei Jahren etwas übernehmen oder eine eigene Produktion mit 50 bis 70 Mitarbeitern haben werden." Das könne in China, Mexiko, Brasilien oder Indien sein. "Ein Zukauf heuer würde mich eher überraschen." (APA, 3.7.2013)

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