Au statt Bau: Renaturierung der Traisenmündung

2. Juli 2013, 17:56
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Ökologisch vielfältige Aulandschaft um 26,5 Millionen Euro geplant

Krems / St. Pölten - Die Traisenmündung im Bereich des Donaukraftwerks Altenwörth (Bezirk Tulln) soll in eine ökologisch vielfältige Aulandschaft rückgewandelt werden. Es sei das "größte Renaturierungsprojekt an einem Wasserkraftwerk" in Österreich, so der heimische Stromanbieter Verbund, der auch Initiator des Projekts ist.

Wo seit Jahrzehnten ein kanalartiger Fluss ohne nennbaren ökologischen Lebensraum fließt, sollen in den kommenden sechs Jahren neue Mäander, Seichtwasserzonen und Tümpel entstehen, um die ökologische Vielfalt der Traisen zu fördern. 26,5 Millionen Euro kostet das Projekt, das diese Woche angelaufen ist. Neben dem Stromanbieter Verbund beteiligen sich Bund, EU und das Land Niederösterreich an den Kosten. Von der künftigen ökologischen Vielfalt der Traisen werden laut Verbund auch die Anrainergemeinden, Fischer und Touristen profitieren. Im Falle eines Hochwassers soll die Traisenmündung außerdem ein Überschwemmungsgebiet von mehr als 80 Hektar bilden.

Erstmals wieder Donaufische

Die Traisenmündung wurde während der Bauarbeiten des Donaukraftwerks Altenwörth in den 1970er-Jahren um sieben Kilometer nach Osten verlegt und begradigt. Die Begradigung gilt heute als eine der größten Bausünden an einem Fluss in Niederösterreich. Sie wird dafür verantwortlich gemacht, dass die Lebensräume der Au zusehends zurückgegangen sind. In einer Studie des WWF wurde vor zwei Jahren der Traisen das schlechteste Zeugnis unter 15 Flüssen in Deutschland, der Schweiz und Österreich ausgestellt. Durch die Renaturierung soll sich das ändern. Dann könnten auch erstmals seit 35 Jahren Donaufische flussaufwärts in die Traisen schwimmen. (mime, DER STANDARD, 3.7.2013)

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