US-Ausstieg für Tiwag lukrativ

27. Juni 2013, 17:39
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Dem Energieversorger seien aus den Steuerspartricks mit US-Hilfe letztlich 120 Millionen Euro zugeflossen

Innsbruck/Washington - Die landeseigene Tiroler Wasserkraftwerke AG (Tiwag) hat Verhandlungen mit einem US-Investor über den Ausstieg aus einem bestehenden Cross-Border Deal (CBL) abgeschlossen. Bei diesen Deals teilen sich Geldgeber (US-Investoren) und -nehmer (Tiwag) jene Ersparnis, die sich daraus ergibt, dass diese Geschäfte in den USA als Kauf gelten und daher abgeschrieben werden können.

120 Millionen Ersparnis

Man habe erfolgreich das "einvernehmliche Ausscheiden" des Investors aus weiteren CBL-Transaktionen betreffend insgesamt sieben Kraftwerken vereinbart, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Tiwag trete an die Stelle dieses US-Investors und sei weiterhin Partei dieser Transaktionen, hieß es. Der Tiwag seien nun aus dem Geschäft mit dem Investor bei Transaktionsabschluss 120 Millionen Euro zugeflossen. 

Tiwag-Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer sieht darin eine "günstige Lösung". Das seinerzeit mit dem Investor abgeschlossene Geschäft habe "60 Prozent des Gesamtvolumens" der aus allen Cross-Border-Leasing-Deals erhaltenen Barwertvorteile in der Höhe von rund 200 Millionen Euro ausgemacht.

Freuen tut das auch die Grünen. "Die Jahre des Zitterns und der Ungewissheit" seien vorbei, meint der Grüne Klubobmann im Landtag, Gebi Mair. Mit ihm werde es solche "hochspekulativen" Geschäfte nicht mehr geben.

Wunsch komplett auszusteigen

Der Vorstandsvorsitzende erklärte, dass der Tiwag nach dem nunmehrigen Ausscheiden des US-Partners mehr als drei Viertel dieses Betrages bleiben würden. Wallnöfer betonte aber, dass es sich um keine "Vollauflösung" des CBL-Vertrages handle. Die kreditgebenden Banken seien "in kurzem Wege" nicht bereit gewesen, die Transaktion gänzlich aufzulösen. Man werde aber mit den Banken verhandeln, um eine Vollauflösung zu erreichen, kündigte der Tiwag-Chef an.

Insgesamt hatte der landeseigene Energieversorger in den Jahren 2001 bis 2003 für einen Teile seines Kraftwerksparks und des Stromverteilnetzes mehre CBL-Transaktionen abgeschlossen. Das Volumen der Transaktionen betrug rund drei Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro). (APA/red, derStandard.at, 27.6.2013)

  • Die in der Wasserkraft aktive Tiwag blickt dem US-Investor ohne Wehmut hinterher.
    foto: tiwag

    Die in der Wasserkraft aktive Tiwag blickt dem US-Investor ohne Wehmut hinterher.

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