Wrabetz: Kultur bleibt "Kernaufgabe" des ORF

27. Juni 2013, 17:13
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ORF-Chef setzt sich "auch gegen erheblichen Widerstand von verschiedener Seite" für Kultur im ORFein - Laut Wrabetz gab es Vorschläge für Einstellung von RSO und FM4

Wien - ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat am Donnterstag Kritik an den geplanten ORF-Einsparungen im Kulturbereich zurückgewiesen. "Kultur ist und bleibt Kernaufgabe des ORF", erklärte Wrabetz in einer Aussendung. Der öffentlich-rechtliche Sender werde auch im Jahr 2014 rund 100 Millionen Euro in Kulturprogramme investieren, hieß es weiter.

Durch die öffentliche Kritik im Zusammenhang mit der möglichen Einstellung des Bachmann-Preises werde der falsche Eindruck erweckt, dass der ORF bei der Erfüllung seiner Sparvorgaben den Kulturbereich unverhältnismäßig stark belaste. "Das Gegenteil ist der Fall", so Wrabetz. Einerseits werde es auch bei anderen Programmen zu spürbaren Einschnitten kommen, darunter bei einer Reihe von Unterhaltungsformaten, Showevents oder Dokusoaps, andererseits entspreche es dem gelebten Selbstverständnis des ORF, auch in einer wirtschaftlich herausfordernden Phase die Kernaufgaben auf dem gewohnt hohen Niveau zu erfüllen. "Kultur war, ist und bleibt eine solche Kernaufgabe des ORF."

Aktivitäten im Kulturbereich ausgebaut

Laut Wrabetz habe der ORF seine Aktivitäten im Kulturbereich mit ORF III und zahlreichen Übertragungen im Hauptabendprogramm deutlich ausgebaut. "Ich setze mich - auch gegen erheblichen Widerstand von verschiedener Seite - für Erhalt und Stärkung des ORF als wichtigste Kultur- und Kultur-Vermittlungs-Institution Österreichs ein", erklärte der ORF-Chef.

Entgegen anderslautenden Vorschlägen und Forderungen habe er etwa dem Stiftungsrat den Erhalt des Radio Symphonie Orchsters vorgeschlagen, und entgegen Forderungen, das Budget von Ö1 drastisch zu kürzen, werde das ORF-Kulturradio auf unverändertem Niveau erhalten bleiben. FM4 bleibe ebenfalls erhalten, obwohl es laut Wrabetz auch hier Vorschläge gegeben habe, das Jugendkulturradio aufzugeben oder in ein junges Mainstream-Radio umzuwandeln. Trotz anderslautender Überlegungen stehe der ORF auch weiterhin zu seiner Beteiligung an 3sat, und der "Kulturmontag" bleibe ebenfalls erhalten. Ein gerade mit der Staatsoper abgeschlossener Vertrag sichere etliche Hochkulturveranstaltungen in den kommenden vier Jahren, und ORF III bleibe auf dem aktuellen Niveau bestehen. Auch die Kulturaktivitäten in den ORF-Landesstudios würden fortgesetzt.

Zankapfel Bachmann-Preis

"Natürlich ist es auch mein Ziel, den Bachmann-Preis zu erhalten, und wir werden in den kommenden Tagen zahlreiche Gespräche zu diesem Thema führen", sagte der ORF-General. "Fest steht aber auch, dass alle Bereiche des ORF den in erheblichem Ausmaß durch den Refundierungsstopp verursachten Sparkurs mittragen müssen. Daher können nicht alle Aufgaben im bisherigen Umfang oder zu den bisherigen Kosten bewerkstelligt werden. Ziel muss es daher im Sinne aller ORF-Zuschauerinnen und -Zuschauer, aller Hörerinnen und Hörer sein, dass der ORF die Gebührenrefundierung erhält." In Sachen Gebührenrefundierung würde sich Wrabetz denn auch mehr Unterstützung von den Kritikern wünschen. (APA, 27.6.2013)

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