Fall Kührer: Angeklagter zieht Einspruch gegen Mordanklage zurück

27. Juni 2013, 16:37
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Prozess wird nicht vor September beginnen

Korneuburg - Im Fall Kührer hat der Beschuldigte Michael K. den Einspruch gegen die auf Mord lautende Anklage zurückgezogen. Das hat Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, am Donnerstag mitgeteilt. Der Prozess werde nicht vor September stattfinden. Einen Termin für die Hauptverhandlung gebe es noch nicht.

Die sterblichen Überreste der seit Ende Juni 2006 verschwunden Julia Kührer aus Pulkau im Weinviertel waren im Juni 2011 in einem Erdkeller auf dem Grundstück von Michael K. im nahen Dietmannsdorf gefunden worden. Der Mann wurde festgenommen, jedoch mangels Beweisen nach 48 Stunden vom Haftrichter entlassen. Eine Verbindung zwischen ihm und dem Opfer konnte damals nicht nachgewiesen werden.

DNA-Spur auf Decke gefunden

Anfang Dezember 2012 führten neue Erkenntnisse zur neuerlichen Festnahme des Wieners. Auf einer Decke, in der Julia Kührers Leiche eingewickelt war, war eine DNA-Spur von Michael K. gefunden worden.

Die Mordanklage wurde im April dieses Jahres fertiggestellt und noch im selben Monat dem Beschuldigten zugestellt. Mitte Mai hieß es, dass es einen Einspruch des Verteidigers des Wieners gebe, der laut Staatsanwaltschaft inzwischen zurückgezogen wurde.

Keine Verhandlungen im Sommer

Schwurgerichtsverhandlungen würden üblicherweise nicht in den Sommermonaten und damit in der Urlaubszeit stattfinden, begründete Köhl, dass nicht vor September mit dem Prozess zu rechnen sei. Das betreffe nicht nur die Geschworenen, sondern auch die Sachverständigen sowie "zig Zeugen", so der Staatsanwalt, nach dessen Angaben mehr als 20 Zeugen geladen werden sollen. (APA, 27.6.2013)

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