WDR-Satiresendung "Tagesschaum": Ein paar kleine Perlen

26. Juni 2013, 16:59
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"Auch der Islam gehört zu Deutschland", erklärt Wulff. Schnitt. " Aber ätsch, du nicht mehr", sagt darauf Friedrich Küppersbusch

"Auch der Islam gehört zu Deutschland." Nebst unappetitlichen Details aus seinem Privatleben ist das der Satz, der vom deutschen Exbundespräsidenten Christian Wulff übrig geblieben ist. Am Dienstagabend wird er um 23.15 Uhr im Westdeutschen Rundfunk (WDR) noch mal eingespielt.

"Auch der Islam gehört zu Deutschland", erklärt Wulff also. Schnitt. " Aber ätsch, du nicht mehr", sagt darauf Friedrich Küppersbusch und lächelt maliziös in die Kamera. Da fühlt man sich 15 Jahre zurückversetzt in die legendäre Satiresendung ZAK, die Küppersbusch einst beim WDR moderierte.

Jetzt ist Küppersbusch nach längerer Bildschirmabstinenz wieder da. Montags, dienstags und donnerstags präsentiert er ab 23.15 Uhr seine neue Satiresendung namens Tagesschaum, die man auch in der WDR-Mediathek und auf Youtube abrufen kann. In Stil und Inhalt ist diese der Gegenpart zur ZDF-Heute-Show. Küppersbusch thront nicht im opulenten Studio, sondern hockt im letzten, abgeranzten Kammerl, das beim WDR noch frei war.

Dort kommentiert er das Tagesgeschehen, stellt etwa fest, dass man bei den 1963 begonnen EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nichts übereilen müsse. Denn durch die Kontinentalverschiebung gehöre das Land am Bosporus in 40 Millionen Jahren ohnehin zu Europa.

Vieles wird angerissen, nicht alles gelingt. Wenn aus Peer Seinbrücks Kompetenzteam wegen der tröpfchenweisen Präsentation das "SPD- Inkontinenzteam" wird und der SPD-Kanzlerkandidat in Windeln gezeigt wird, ist das nicht mal mittellustig. "Tagesschau auf Koks" hat Küppersbusch versprochen. Das muss er noch einlösen. Aber einige kleine Perlen findet man jetzt schon. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 27.6.2013)

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