Tarife im europäischen Vergleich: Seit 1. Juli erhöhte Öffi-Preise in Wien

1. Juli 2013, 11:59
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Der Einzelfahrschein kostet nun 2,10 statt 2 Euro, die Jahreskarte bleibt bei 365 Euro

Mit 1. Juli haben die Wiener Linien die Tarife für Öffi-Tickets erhöht: Betroffen sind Einzelfahrscheine sowie Wochen- und Monatskarten. Die 2012 eingeführte Jahreskarte um 365 Euro bleibt hingegen auf dem bisherigen Preisniveau. Damit ändere sich vor allem für Stammkunden nichts, verteidigte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne)die Maßnahme im Gemeinderat. Zudem werden von Seiten der Wiener Linien immer wieder die relativ günstigen Tarife im internationalen Vergleich ins Treffen geführt.

Die Erhöhungen im Detail

Ein Einzelfahrschein in Wien kostet nun 2,10 Euro statt derzeit zwei Euro. Die Wochenkarte kommt auf 15,80 statt 15 Euro, der Preis für die Monatskarte ist von 45 auf 47 Euro gestiegen. Für die Acht-Tage-Klimakarte muss man 35,80 statt 33,80 Euro zahlen.

Nicht erhöht wurden die Preise für das Studententicket, die Jahreskarte für Senioren und das "Top-Jugendticket". Begründet wurden die Preiserhöhungen zuletzt mit betriebswirtschaftlichen Erfordernissen sowie mit steigenden Personal- und Energiekosten.

Im Bild die U-Bahn- und Straßenbahnhaltestelle Alser Straße. Foto: Wiener Linien/Zinner

Schwarzfahren wird teurer

Auch der Ausbau des Öffi-Angebots wurde ins Treffen geführt. Teurer ist jetzt auch das Schwarzfahren: Wer ohne Fahrschein erwischt wird, muss 103 statt 100 Euro zahlen. Weder teurer noch billiger werden die Kurzfahrscheine. Sie wurden mit 1. Juli überhaupt abgeschafft.

"Für mehr als 60 Prozent der Öffi-Benutzer wird sich nichts ändern", betonte Vassilakou. So hoch sei der Anteil der Besitzer von Jahreskarten oder anderer Langzeit-Tickets. Die Ressortchefin zeigte sich überzeugt, dass trotz der Erhöhung sich auch der Modal Split weiter verändern werde - also dass der Autoverkehr weiter sinken und immer mehr Wiener mit dem öffentlichen Verkehr, dem Rad oder zu Fuß unterwegs sein werden.

Wer auch jetzt noch "alte" Einzelfahrscheine besitzt, muss nicht fürchten, bestraft zu werden. Sie sind bis Jahresende gültig. Einen Andrang auf Einzelfahrscheine ist angesichts der bevorstehenden Erhöhung derzeit nicht zu bemerken, hieß es bei den Wiener Linien am Mittwoch. (APA/red, derStandard.at, 26.6.2013)

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