ORF verteidigt kulturelles Engagement und wirbt für "Kultursommer"

25. Juni 2013, 13:12
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Laut Wrabetz gibt der Sender 100 Millionen Euro im Jahr für Kultur aus - "Wir sind die größte Kulturinitiative des Landes" - Opern, Konzerte, Dokumentationen und Bachmann-Preis im Sommer

Wien - Der ORF hat am Dienstag in breiter Allianz sein Kulturengagement verteidigt. "Wir haben das RSO erhalten, wir erhalten Ö1 in der Struktur wie bisher, wir werden auch FM4 und ORF III nicht aufgeben und uns von 3sat nicht zurückziehen", erklärte Generaldirektor Alexander Wrabetz am Dienstag bei einem Pressegespräch im Wiener Mozarthaus. Insgesamt gebe man 100 Millionen Euro im Jahr für Kultur aus, auch im nächsten Jahr: "Wir sind die größte Kulturinitiative des Landes." Und auch wenn Sparmaßnahmen nötig seien: "Die Kulturmaschine ORF brummt - auch im Sommer."

Der "Kultursommer 2013" war der Anlass für das starke Aufgebot des Senders: Fernsehdirektorin Kathrin Zechner hob die Vielfalt hervor, der man sich in den kommenden Monaten widme, von den hochkulturellen Glanzlichtern wie der "Zauberflöte" aus Bregenz und dem "Jedermann" aus Salzburg bis hin zum Lokalaugenschein mit Harald Serafin bei den kleineren Sommerfestivals wie Erl oder Grafenegg. ORF III-Chef Peter Schöber lobte die "vielen Synergien mit der Konzernmutter" und hob den von Robert Dornhelm "strengst subjektiv" kuratierten Filmsommer hervor. Radiodirektor Karl Amon verwies auf 175 Konzerte, die aus 35 Festspielstädten in ganz Österreich übertragen werden. Und 3sat-Koordinator Reinhard Scolik unterstrich nicht zuletzt die Tage der deutschsprachigen Literatur (Bachmann-Preis), die in den letzten Tagen angesichts der möglichen Abschaffung ab 2014 für Aufregung gesorgt hatten.

Kein Show-Event im Herbst

Dass die nach dem Ausfall der Gebührenrefundierung fälligen Sparmaßnahmen vor allem weniger breitenwirksame Programme betreffen werden wie das "musikprotokoll" des steirischen herbsts, wollte Wrabetz am Rande des Pressegesprächs so nicht stehen lassen. "Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters." Im Herbst sei etwa kein Show-Event geplant, auch sonst seien einige wichtige Projekte gestrichen worden. Insgesamt werde man im kommenden Jahr aber sicher nicht bei der Programmdichte landen wie im vergangenen Jahr, bestätigte Fernsehdirektorin Zechner.

Umso wichtiger scheint es, den "Kultursommer" in diesem Jahr noch ordentlich zu feiern - mit Opernaufführungen (u.a. "Der Kaufmann von Venedig" am 18. Juli, "Falstaff" am 3. August, "Don Carlo" am 16. August und "La Boheme" aus dem Römersteinbruch am 18. August), Konzertübertragungen (u.a. Nikolaus Harnoncourts Eröffnungskonzert der Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen am 28. Juli), der "matinee"-Reihe "Serafin on tour" und zahlreichen Dokumentationen zu den diesjährigen Festspielproduktionen, dem Bachmann-Preis (ab 4. Juli) und dem Filmsommer (ab 25. Juli) sowie einem "Day of Rock" mit legendären Rockkonzerten am 15. August. Nur der österreichische Film ist nicht ganz so präsent, wie er vielleicht sein könnte - aber zumindest in Bezug auf die "dok.film"-Leiste gab sich Zechner kämpferisch: "Auch das ist ein Kampf, den wir noch nicht aufgegeben haben." (APA, 25.6.2013)

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