BBC besorgt über Antimedienkampagne türkischer Behörden

25. Juni 2013, 09:46
posten

Weltnachrichten-Direktor Horrocks: "Für unsere Journalisten nicht hinnehmbar"

Die britische BBC hat sich besorgt über "die anhaltende Kampagne der türkischen Behörden zur Diskreditierung der BBC und der Einschüchterung ihrer Journalisten" geäußert. "Es ist für unsere Journalisten nicht hinnehmbar, auf diese Weise direkt angegriffen zu werden", teilte der Weltnachrichten-Direktor des Senders, Peter Horrocks, am Montag mit.

Jüngster Auslöser der Kritik ist eine vom islamisch-konservativen Bürgermeister der Hauptstadt Ankara, Melih Gökcek, initiierte Twitter-Kampagne gegen eine türkische BBC-Journalistin. Gökcek unterstellt ihr darin, eine britische Agentin zu sein.

Einschüchterung von Journalisten

Die Reporterin habe "eine große Anzahl bedrohlicher Nachrichten" erhalten, nachdem Ankaras Bürgermeister sie in sozialen Medien für ihre Berichterstattung über die Proteste in der Türkei namentlich genannt und angegriffen habe, teilte die BBC mit. Horroks forderte die türkischen Behörden auf, bei Beschwerden über den Sender "etablierte Verfahren" einzuhalten.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat internationalen Medien vorgeworfen, sie berichteten falsch über die seit mehr als drei Wochen andauernden Proteste in der Türkei. Auf einer Massenkundgebung am Sonntag vergangener Woche in Istanbul nannte er namentlich die BBC, den US-Nachrichtensender CNN und die Nachrichtenagentur Reuters.

Erdogan ist Gründer und Vorsitzender der islamisch-konservativen AKP, der auch Gökcek angehört. Türkische Massenmedien berichten nur sehr zurückhaltend über die Proteste gegen die Regierung. (APA, 25.6.2013)

Share if you care.