Lehrerausbildung: Neue Quereinsteiger-Angebote starten mit Verzögerung

19. Juni 2013, 11:36
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Wegen spätem Gesetzesbeschluss - Sollen aber laut Unterrichtsministerium bereits unter dem Semester kommen

Wien - Mit der neuen Lehrerausbildung sollen ab 2013/14 nicht mehr nur in den berufsbildenden, sondern auch allgemeinbildenden Fächern Quereinsteiger an die Schulen geholt werden können. Erste derartige Angebote soll es zwar schon mit dem neuen Studienjahr geben. Studienpläne, die tatsächlich der neuen Lehrerausbildung entsprechen, werden allerdings erst mit etwas Verzögerung kommen, sagt Ex-Bundesrat Andreas Schnider (ÖVP), der die Reform im Auftrag der Regierung koordiniert hat. Grund ist der späte Beschluss der Reform: "Man kann erst jetzt damit beginnen, mit dem Gesetz übereinstimmende Curricula zu entwickeln", so Schnider.

"Direkt mit Beginn des Studienjahres wird es keine Angebote geben, aber im Laufe des Jahres werden sie entwickelt", heißt es auch aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Interessenten könnten dann allerdings zu jedem beliebigen Zeitpunkt mit der Ausbildung beginnen und jene Angebote, die bereits vorher starten und noch nicht exakt der neuen Lehrerausbildung entsprechen, würden dann in das neue System überführt. "Da wird es einen fließenden Übergang geben."

Berufsbegleitende Ausbildung

Ziel der Angebote für Quereinsteiger: Absolventen von Studien, die mit allgemeinbildenden Fächern an Schulen vergleichbar sind, sollen so weitergebildet werden, dass sie die entsprechenden Fächer in der Schule unterrichten können. Der Germanist soll damit leichter als bisher zum Deutsch- oder der Anglist zum Englischlehrer werden können. Solchen Akademikern sollen nämlich künftig mehr Teile ihres Fachstudiums als bisher angerechnet werden und sie sollen einen Großteil der Lehrerausbildung berufsbegleitend absolvieren können. Umgekehrt müssen aber auch Quereinsteiger - wie künftig alle Personen mit Berufswunsch Lehrer - in einem Aufnahmeverfahren ihre "Eignung und Neigung" unter Beweis stellen.

Die gesetzlichen Vorgaben für Quereinsteiger-Studien, die in die eben erst beschlossene Gesamtarchitektur der neuen Lehrerausbildung passen, sind erst seit Kurzem bekannt. Außerdem gibt es frühestens ab Oktober jenen Qualitätssicherungsrat, der künftig fixiert, welche Studienangebote internationalen Kriterien entsprechen und als Lehrerausbildung anerkannt werden, begründet Schnider die Verzögerungen.

Angebot ab Herbst noch nicht vollwertig

Bereits mit Herbst angebotene Studien für Quereinsteiger seien noch nicht als Teil der neuen Lehrerausbildung zu sehen, sondern als Vorarbeit in diese Richtung. Politisch sei ein Angebot dennoch legitim, weil Quereinsteiger in Zeiten einer Lehrerpensionierungswelle einfach ein wichtiges bildungspolitisches Anliegen seien, meint Schnider. Und: Wichtiger als ein Start vollständiger Quereinsteiger-Ausbildungen mit Herbst sei ohnehin, die Curricula in Bezug auf die neue Studienarchitektur weiterzuentwickeln. Dafür gebe es bereit österreichweit Vorarbeiten zwischen PH und Unis, um etwa jenen "pädagogischen Kern" mit bildungswissenschaftlichen und didaktischen Grundlagen zu entwickeln, den künftig alle Lehrer beherrschen können sollen.

Großer Druck

PH-Rektoren-Sprecher Ivo Brunner berichtet von großem Druck auf die PH, angesichts des Lehrermangels rasch Angebote für Quereinsteiger zu machen. Durch die neue Lehrerausbildung werde den PH jedenfalls ermöglicht, Studien- und Berufsleistungen "viel stärker als bisher" anzurechnen. So könnten etwa an der PH Vorarlberg in den allgemeinbildenden Fächern Absolventen eines einem Schulfach entsprechenden Fachstudiums nach dem Nachholen von 30 ECTS im Bereich Pädagogik (entspricht dem Arbeitspensum eines Semesters) bereits an der Schule unterrichten. Später müssten sie allerdings entsprechend der neuen Lehrerausbildung berufsbegleitend weitere Leistungen nachbringen. (APA, 19.6.2013)

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