Prism: Edward Snowden kündigte weitere Enthüllungen an

17. Juni 2013, 20:44
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"Alles, was ich jetzt sagen kann, ist, dass die US-Regierung das nicht vertuschen können wird, indem sie mich inhaftiert oder ermordet"

Der in Hongkong untergetauchte Informant Edward Snowden hat weitere Enthüllungen über die Spähprogramme der US-Geheimdienste angekündigt. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter sagte in einem Online-Chat der britischen Zeitung "The Guardian" am Montag, er werde weitere Details über die Überwachung von Internetnutzern durch die National Security Agency (NSA) preisgeben. Dabei bekräftigte er den Vorwurf, dass die NSA weitreichenden Zugriff auf private E-Mails und Daten zum Surfverhalten im Internet habe.

Prism

Der "Guardian" und die "Washington Post" hatte mit Snowdens Hilfe die Existenz des Spähprogramms Prism aufgedeckt, bei dem die NSA die Nutzerdaten großer Internetkonzerne wie Google und Facebook auswertet. Die Unternehmen bestreiten aber einen direkten Zugriff der Geheimdienste auf ihre Server.

Snowden sagte dagegen, dass den Analysten bei der NSA freie Hand beim Ausspähen im Internet gelassen werde. Die Einhaltung der Gerichtsbeschlüsse, die der Überwachung zugrunde liegen, werde nur selten überprüft. Die Ausrede der Geheimdienste sei, dass bei der Suche nach Terrorverdächtigen zufällig auch die Daten unbescholtener Bürger abgegriffen würden. "Aber am Ende hat irgendjemand bei der NSA Deine Kommunikationsdaten", sagte Snowden, der sich auf der Webseite des "Guardian" den Fragen von Internetnutzern stellte.

Vertuschung

"Alles, was ich jetzt sagen kann, ist, dass die US-Regierung das nicht vertuschen können wird, indem sie mich inhaftiert oder ermordet", erklärte Snowden weiter. "Die Wahrheit kommt heraus und kann nicht aufgehalten werden." Der 29-jährige Computertechniker hatte als Angestellter einer externen Beratungsfirma im US-Bundesstaat Hawaii für die NSA gearbeitet und dabei geheime Dokumente zu den Überwachungsprogrammen an sich gebracht.

Snowden wies in dem Interview außerdem Anschuldigungen zurück, dass er ein chinesischer Spion sei. Er sei nach Hongkong geflohen, weil er befürchtet habe, kein faires Verfahren in seiner Heimat zu bekommen. "Die US-Regierung hat wie bei anderen Informanten auch unverzüglich und vorhersehbar jede Möglichkeit auf einen fairen Prozess zerstört, indem sie mich offen des Landesverrats für schuldig erklärt hat", sagte er. Snowden will sich nach eigenen Angaben um politisches Asyl bemühen. Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong hat mit den USA allerdings ein Auslieferungsabkommen. (APA, 17.6. 2013)

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    Chat mit Edward Snowden

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