55.000 Schuldner suchen Beratung

13. Juni 2013, 17:58
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Häufigster Grund ist Arbeitslosigkeit, gefolgt von Umgang mit Geld und ehemaliger Selbstständigkeit

Wien - Im Vorjahr haben 55.194 Personen Unterstützung von einer der zehn staatlich anerkannten Schuldenberatungen bekommen. Das ist ein Anstieg gegenüber 2011 von 870 Schuldnern. Häufigster Grund ist Arbeitslosigkeit, gefolgt von Umgang mit Geld und ehemaliger Selbstständigkeit, berichteten am Donnerstag die Schuldnerberatungsstellen in einer Aussendung. Knapp 30 Prozent der Menschen in der Schuldenfalle hatten weniger Einkommen als das Existenzminimum von 814 Euro zur Verfügung, was eine erfolgreiche Schuldensanierung schwierig gestalte.

Sozialminister will Ausweitung

Die Beratungsstellen betonten, dass jeder Euro, der in die Stellen investiert wird, soziale und wirtschaftliche Wirkungen im Gegenwert von 5,3 Euro schaffe. Laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien werden jährlich elf Millionen Euro, v.a. aus öffentlicher Hand, in die Schuldnerberatungsstellen investiert.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) betonte heute ebenfalls den hohen volkswirtschaftlichen Nutzen der Schuldnerberatung. "Die nächsten Ziele in diesem Bereich sind der Ausbau des Finanzcoachings insbesondere für Migrantinnen und Migranten sowie der Ausbau der Budgetberatung", so Hundstorfer.

In den nächsten Jahren soll das betreute, kostenlose Konto für Menschen, die derzeit keines bekommen und Schwierigkeiten haben, ihre Finanzen zu verwalten, ausgebaut werden. Ein weiteres Ziel sei, den Privatkonkurs auch für Menschen, die keine nennenswerten Beträge zum Abbau ihrer Schulden beitragen können und deswegen derzeit nicht in den Privatkonkurs gehen dürfen, einzuführen. (APA, 13.6.2013)

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