Hochwasser legt Richtung Osten noch zu

6. Juni 2013, 18:30
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Auf dem Weg nach Osten legte das Hochwasser der Donau noch zu. In Bratislava und Budapest wurden Rekordmarken erwartet und befürchtet. Auch entlang der Moldau und der Elbe gab es Evakuierungen. In Österreich hielten bis Donnerstag alle Dämme

Bratislava/Budapest/Berlin/Wien - Die hochwasserführenden Flüsse ziehen Spuren der Verwüstung durch Mitteleuropa. Während am Donnerstag in Österreich in den meisten betroffenen Gebieten schon die Aufräumarbeiten voll im Gang waren, bereiteten sich die Menschen in der Slowakei und in Ungarn noch auf das Gröbste vor. Auch in Ostdeutschland war die Lage nach wie vor äußerst kritisch.

Rekordwert von 10,40 Metern in der Slowakei

Laut Prognosen des Hydrometeorologischen Amts der Slowakei sollte die Scheitelwelle der Donau am späten Donnerstagnachmittag auf den absoluten Rekordwert von 10,40 Meter klettern. Kurz nach Mittag hatte der Pegel aber bereits 10,30 Meter überschritten. Die Behörden versicherten zwar, dass die Anfang der Woche errichteten Schutzdämme halten würden. Dennoch wurden Dammwände teils noch weiter aufgestockt, in einigen Teilen der Stadt hielten nur noch diese Barrieren die Fluten von den Straßen ab. Noch angespannter war die Situation am rechten Donauufer in Petrzalka, wo Bewohner aufgefordert wurden, sich auf Evakuierungen vorzubereiten. Der Vorort Devin am Zusammenfluss der Donau und der March war von der Stadt abgeschnitten.

Erste Evakuierungen in Ungarn

In Ungarn gab es erste Evakuierungen. Die gesamte Armee wurde mobilisiert, Verteidigungsminister Csaba Hende hat mehr als 9600 Soldaten in den Kampf gegen das Hochwasser geschickt. Von der Grenze bis Budapest werden auf einer Länge von mehr als 190 Kilometern die Ufer befestigt. Die Donau hatte nördlich von Györ einen Pegelstand von mehr als acht Metern erreicht, bis Samstag werden neun Meter erwartet. Wie der StTANDARD berichtete, ist eine Rotschlammdeponie in Almasfüzitö östlich von Komarom, die in unmittelbarer Nähe der Donau liegt, äußerst gefährdet.

In Tschechien begann sich die Hochwassersituation langsam zu entspannen. In Prag haben die Schutzwände gehalten, die U-Bahn hat nach viertägiger Sperre am Donnerstag wieder ihren Betrieb aufgenommen. Allerdings blieben einige Stationen in der Nähe der Hochwasser führenden Moldau noch geschlossen. Seit Beginn der Unwetter werden in Tschechien vier Wassersportler vermisst, acht Menschen starben. Mehr als 19.000 mussten Häuser und Wohnungen verlassen. Zahlreiche Verkehrsverbindungen sind unterbrochen.

30.000 Menschen gewarnt

In den ostdeutschen Hochwassergebieten entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse ist die Lage am Donnerstag vielerorts kritisch geblieben. Anspannung herrschte insbesondere in Halle an der Saale, wo ein Damm mitten im Stadtgebiet nachzugeben drohte. Bereits am Mittwoch hatten die Behörden deshalb 30.000 Bewohnern dringend empfohlen, sich freiwillig aus den bedrohten Gebieten zu entfernen. Für 1000 Menschen in einer akut gefährdeten Zone wurde die Evakuierung angeordnet.

In Dresden erreichte die anschwellende Elbe am Donnerstag ihren Scheitelpunkt. Dieser lag nach Angaben der Hochwasserzentrale bei 8,75 Metern und damit deutlich unter dem Rekordwert der Hochwasserkatastrophe von 2002 (9,40 Meter). In den weiter nördlich gelegenen Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein rüsteten sich die Elbe-Anrainer für das auf sie zukommende Hochwasser.

Keine Entwarnung östlich von Wien

In Österreich gab es im Gebiet an der Donau östlich von Wien noch keine Entwarnung. Der stark gefährdete Damm am Kremsfluss in Theiß hielt zwar vorerst noch, ebenso wie jener in Stopfenreuth, doch die Wasserpegel stiegen voerst noch. In Niederösterreich standen bisher 14.200 Kräfte von 1093 Feuerwehren mit 3214 Fahrzeugen im Hochwassereinsatz. (APA, AFP, red, DER STANDARD, 7.6.2013)

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    Pause vom Dauereinsatz in Emmersdorf an der Donau.

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