Echte Beweise für Chemiewaffen-Einsatz nur an Ort und Stelle

5. Juni 2013, 18:02
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Der französische Außenminister Laurent Fabius spricht von Beweisen für den Einsatz des Giftes Sarin in Syrien. Laut Experten ist der Nachweis aus der Ferne aber schwierig.

Frage: Welcher Kampfstoff soll in Syrien verwendet worden sein?

Antwort: Sicher lässt sich das nach Angaben des Uno-Berichts vom Dienstag, in dem Syrien des Einsatzes von Chemiewaffen beschuldigt wird, noch nicht feststellen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte allerdings ebenfalls am Dienstag, bei der Untersuchung von Proben in französischen Labors sei die Substanz Sarin festgestellt worden. Syriens Regierung soll mehrere Hundert Liter davon besitzen, verfügt aber auch über andere Chemiewaffen, etwa Senfgas und den Kampfstoff VX.

Frage: Wie wirkt Sarin? Gibt es ein Gegenmittel?

Antwort: Der farb- und geruchlose, wasserlösliche Stoff kann über Haut, Atmung oder Einnahme in den Körper gelangen und bewirkt eine Reizung der Nerven. Folge ist - zunächst - erhöhter Speichelfluss und Schaum vor dem Mund. Später kommt Muskelzucken hinzu, am Ende kann der Tod durch Atemlähmung stehen.

Frage: Hat Syrien auch andere Massenvernichtungswaffen?

Antwort: Berichte sprachen im Februar nach dem israelischen Angriff auf eine Einrichtung in Syrien davon, es sei auch Ziel gewesen, ein Labor zur Herstellung biologischer Waffen zu zerstören, damit diese nicht in die Hände islamistischer Terroristen fallen können. Ein früherer israelischer Angriff im September 2007 soll einen im Bau befindlichen Atomreaktor zerstört haben.

Frage: Lässt sich die Verwendung wirklich aus der Ferne beweisen?

Antwort: Mit Sicherheit feststellen lässt sich der Einsatz chemischer Waffen nur vor Ort, sagen Experten. Nötig ist dafür eine direkte und gesicherte Beweiskette, die Interviews mit Augenzeugen und die Abnahme von Blutproben beinhaltet. Auch Bodenproben können Rückschlüsse auf den Einsatz erlauben. An den Symptomen allein lässt sich der Einsatz von Sarin nicht beweisen - auch andere chemische Kampfstoffe bewirken ähnliche Beschwerden. (mesc/DER STANDARD, 6.6.2013)

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