Hochwasser: Warnstufe "rot" in Vorarlberg, Feuerwehren im Einsatz

31. Mai 2013, 11:27
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Kleinräumige Überschwemmungen, Erdrutsche - Pegel der Flüsse steigen

Bregenz/St. Pölten/Wien - Am Ende des Monats Mai, der als einer der drei regenreichsten seit Beginn der Messungen vor 156 Jahren in die Geschichte eingeht, herrscht in Teilen Österreichs Hochwassergefahr. In Niederösterreich kam es am Freitag zu kleinräumigen Überschwemmungen und - so wie in Vorarlberg - zu einem Erdrutsch. Für das "Ländle" galt in Sachen Starkregen gebietsweise Warnstufe "rot".

Die größten Regenmengen werden im Rheintal, am Bodensee und im Bregenzerwald erwartet. Laut Prognose der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in Bregenz sollten dort bis Sonntag 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Zum Vergleich: Das langjährige Mai-Monatsmittel für Bregenz liegt bei 164 Litern - es könnte also in drei Tagen so viel regnen wie normalerweise in einem Monat.

Starkniederschläge am Samstag

Mit Starkniederschlägen wurde vor allem in der Nacht auf Samstag und am Samstag gerechnet. Am Sonntag werde es zwar noch Regen geben, allerdings nicht mehr so intensiv wie davor, hieß es. Laut ZAMG-Meteorologe Arnold Tschofen entspricht eine Niederschlagsmenge von 150 bis 160 Liter innerhalb von drei Tagen einem Ereignis, wie es im Durchschnitt ein Mal in zehn Jahren vorkommt. 200 Liter in drei Tagen fallen sogar nur ein Mal in 40 Jahren. Ein wenig gedämpft wird die Hochwasser-Gefahr durch die niedrigen Temperaturen - oberhalb von 1.300 Meter sollte es nämlich schneien.

Erdrutsch im Bregenzerwald

Aufgrund der intensiven Regenfälle hat sich in Egg (Bregenzerwald) bereits in den vergangenen Tagen ein Erdrutsch ereignet. Wie am Donnerstag entdeckt wurde, gingen etwa 200 bis 250 Kubikmeter Gestein und Erdreich im Bereich des Kaspar-Felder-Wanderwegs nieder, weitere Rutschungen sind laut Polizei wahrscheinlich. Die Exekutive machte sich anhand eines Erkundungsflugs ein Bild von der Situation, auch Landesgeologin Barbara Ess war an Ort und Stelle.

Einsätze in Niederösterreich

In Niederösterreich hat der Dauerregen zunächst in drei Bezirken die Feuerwehren gefordert. Etwa 300 Mann waren am frühen Nachmittag aufgeboten, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando. Einsätze gab es in den Bezirken Amstetten, Melk und Krems. Im Westen waren Feuerwehren bereits in der Früh ausgerückt. Einsatzorte waren u.a. Amstetten und Greinsfurth.

In der Bezirksstadt war eine Siedlung durch den Lewingbach bedroht. Es wurden Sandsäcke verlegt. In Greinsfurth musste ein Pellets-Lager geschützt werden. Außerdem waren immer wieder Keller auszupumpen. Flüsse wie Ybbs und Erlauf im Mostviertel stiegen stark an. Im Bezirk Melk ging eine Mure auf die L7290 ab. Die Verbindung musste zwischen Nöchling und Niederndorf gesperrt werden. Hochwassereinsätze gab es auch in Sarling und Emmersdorf.

Hochwasserschutz im Bezirk Krems

Im Bezirk Krems wurde in Spitz der Hochwasserschutz entlang der Donau teilweise aufgebaut. Der Ortsteil Hinterhaus sollte dadurch geschützt werden. Auch in Krems begann man am Freitag mit dem Aufbau des Hochwasserschutzes. In Aggsbach-Markt wurden Sicherungsarbeiten durchgeführt. In Theiss wurde eine Dammwache eingerichtet. Die Donau führte am Nachmittag nach Angaben des Hydrografischen Dienstes des Landes ein sogenanntes einjährliches Hochwasser. Beim Pegel Korneuburg wurden 5,51 Meter gemessen. Bis Sonntag sollten es laut Prognose 5,85 Meter sein. (APA, 31.5.2013)

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    Im Bezirk Amstetten hat die Feuerwehr mit ersten Maßnahmen gegen ein erwartetes Hochwasser begonnen.

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    Bei Neuhofen an der Ybbs sind bereits erste Straßen überschwemmt. Mehr Bilder gibt es hier.

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