Verdächtiger wegen Soldatenmords vor Gericht

30. Mai 2013, 15:20
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22-Jähriger soll britischen Soldaten mitten in London mit Messer getötet haben

London - Nach dem brutalen Mord an einem britischen Soldaten auf offener Straße in London ist einer der beiden mutmaßlichen Haupttäter am Donnerstag erstmals vor Gericht erschienen. Dem Bezirksgericht des Stadtteils Westminster bestätigte Michael Adebowale, der sich wegen Mordes und Waffenbesitzes verantworten muss, nur Angaben zu seiner Person, bevor er wieder in seine Haftzelle gebracht wurde. Die nächste Anhörung folgt am Montag vor einem Strafgericht.

Dem 22-jährigen Adebowale wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem sechs Jahre älteren Michael Adebolajo vergangene Woche den Soldaten Lee Rigby brutal ermordet zu haben. Laut Staatsanwalt Bethan David fallen die Ermittlungen unter die britische Terrorgesetzgebung. Die beiden Männer waren nach der Tat im Bezirk Woolwich von der Polizei angeschossen und danach in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden. Adebowale wurde am Dienstag aus der Klinik entlassen und von der Polizei befragt.

"Ausreichende Beweise"

Die Anti-Terror-Abteilung der Polizei werfe ihm "Mord an Lee Rigby" sowie den Besitz einer Schusswaffe vor, hieß es in einer Erklärung. Der zweite Hauptverdächtige befand sich demnach weiterhin unter Polizeibewachung im Krankenhaus. Sein Zustand war stabil.

Die Leiterin der Anti-Terror-Einheit der Staatsanwaltschaft, Sue Hemming, sprach von "ausreichenden Beweisen" für eine strafrechtliche Verfolgung Adebowales, was auch im Sinne der Öffentlichkeit sei. Dem Mann würden schwere Verbrechen vorgeworfen, gleichwohl habe er natürlich "das Recht auf einen fairen Prozess".

Auf offener Straße getötet

Der Soldat, ein 25-jähriger Familienvater, war am helllichten Tag auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden, Augenzeugen zufolge wurde er enthauptet. Die beiden mutmaßlichen Täter, von denen sich einer nach der Tat mit blutverschmierten Messern in den Händen filmen ließ, sind nigerianischer Abstammung. Der 28-jährige Adebolajo hatte gesagt, er habe den Soldaten als Vergeltung für die Tötung von Muslimen ermordet. Nach Angaben der Polizei starb Rigby an zahlreichen Schnittwunden. Vor dem Angriff wurde er demnach von einem Auto angefahren.

Rigbys Verlobte Aimee West zeigte sich in einer Erklärung am Mittwoch "am Boden zerstört" wegen des Verlusts ihres Partners. "Ich bin sehr stolz auf ihn", erklärte West und bedankte sich für die Blumen und Ehrbekundungen vor Rigbys Kaserne. (APA/30.5.2013)

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