Große Regenmengen ab Donnerstag: Gravierende Hochwassergefahr

29. Mai 2013, 12:25
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Ergiebiger Regen in weiten Teilen Österreichs auch am Wochenende

Nach einem unbeständigen und verbreitet nassen Mai kommt das Wetter auch in den kommenden Tagen nicht zur Ruhe. "Die derzeitige Wetterlage ist recht ungewöhnlich, da von Norden her feuchte und zunehmend warme Luft gegen die Alpen geführt wird, was ergiebige Regenfälle zur Folge hat", erklärt Meteorologe Thomas Knabl von der Österreichischen Unwetterzentrale.

Ab Donnerstag flächendeckend Regen

Tief "Frederik" bringt den ersten Regenschub: Am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag breitet sich von Nordosten kräftiger, flächendeckender Regen auf die gesamte Alpennordseite aus. Dieser hält bis Freitagabend an, zunächst schneit es dabei oberhalb von rund 1.200 Meter, wodurch die Hochwassergefahr zunächst noch gering bleibt. Anschließend beruhigt sich das Wetter nur vorübergehend. 

90 bis 160 Liter pro Quadratmeter

Bereits im Laufe des Samstags folgt der zweite Regenschub bei einer höheren Schneefallgrenze, vor allem im Westen regnet es dabei sehr ergiebig. "Von Vorarlberg bis ins Mostviertel erwarten wir insgesamt Regenmengen zwischen 90 und 160 Liter pro Quadratmeter, lokal sind durchaus noch größere Mengen möglich", so Knabl. Das sei mehr Niederschlag als im Durchschnitt im gesamten Monat Mai.

Hochwasser und Vermurungen

Die großen Regenmengen könnten gravierenden und vor allem großflächige Auswirkungen haben. Nicht nur Bäche und kleinere Flüsse von Vorarlberg bis Oberösterreich werden von Hochwasser betroffen sein, auch die Pegelstände von Inn und Donau könnten in der Folge deutlich ansteigen. Außerdem muss in gefährdeten Gebieten mit Murenabgängen und Hangrutschungen gerechnet werden.

Nächste Woche wechselhaft

Stabiles Hochdruckwetter deutet sich auch in der kommenden Woche nicht an. Mit den Temperaturen geht es dann zwar allmählich wieder aufwärts, es bleibt aber wechselhaft. Der Start in den meteorologischen Sommer am 1. Juni fällt damit ins Wasser.

Traurige Frühlingsbilanz

Insgesamt war der Frühling 2013 schon jetzt einer der niederschlagreichsten seit 1858. Zu diesem Schluss kam am Mittwoch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in ihrer Bilanz der vergangenen drei Monate. Österreichweit fiel ein Drittel mehr Niederschlag als im langjährigen Durschnitt (1981 bis 2010). Somit gehört der Frühling 2013 zu den sieben niederschlagsreichsten der vergangenen 155 Jahre. So wenige Sonnenstunden wie im heurigen Frühling gab es übrigens zuletzt 1991. (red, derStandard.at, 29.5.2013)

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    Der diesjährige Frühling reiht sich in die unrühmlichen Annalen der Schlechtwetterforschung ein.

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