Armut in Vorarlberg: Alleinerzieherinnen besonders gefährdet

31. Mai 2013, 16:33
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Dritthöchste Armutsgefährdung nach Wien und Kärnten

Bregenz - Der Armutsbericht für Vorarlberg, eine langjährige Forderung der Opposition, liegt nun vor. Soziallandesrätin Greti Schmid (VP) ließ die "Studien zu Armut und sozialer Eingliederung in den Bundesländern" der Statistik Austria mit Interviews mit Menschen in prekären Lebenslagen und einer Befragung von Experten ergänzen. Schmids Quintessenz: Vorarlberg liege bei Armutsgefährdung, Ausgrenzungsgefährdung, finanzieller Deprivation und manifester Armut im " Bundesschnitt".

Die Caritas fordert nun Maßnahmen. Vorarlberg sei keine Insel der Seligen, habe nach Wien und Kärnten mit 14,7 Prozent die dritthöchste Armutsgefährdung. Besonders gefährdet seien alleinerziehende Frauen (63 Prozent) und Kinder. Andrea Kramer: "Die beste Armutsbekämpfung ist aber immer noch die Armutsprävention, dabei gilt es, bei der Bildung anzusetzen."

Volkspartei: Geht's der Wirtschaft gut …

Die Grünen verweisen ebenfalls auf die hohe Gefährdung von Frauen: Bei alleinlebenden erwerbstätigen Frauen sind in Vorarlberg 29 Prozent armutsgefährdet, österreichweit sind es 24 Prozent. Prekär ist die Situation von alleinlebenden Pensionistinnen, 36 Prozent droht Armut. In einer ersten Reaktion forderte der Pensionistenverband eine Erhöhung der Ausgleichszulage.

Für die Volkspartei ist der Armutsbericht "Basis für vertiefende Analyse" und "gezielte Armutsbekämpfung", sagt Sozialsprecherin Theresia Fröwis. Voraussetzung für die Reduktion der Armutsgefährdung sei aber eine stabile wirtschaftliche Lage. (Jutta Berger, DER STANDARD, 29.5.2013)

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