Krebshilfe fordert Finanzierung der HPV-Impfung

28. Mai 2013, 15:49
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Die österreichische Krebshilfe startet einen Aufruf an politisch Verantwortliche, die Finanzierung sicherzustellen - Paul Seveleda: "Es reicht"

Infektionen mit bestimmten Viren, Bakterien und Parasiten sind laut einer aktuellen Publikation der britischen Fachzeitschrift "Lancet Oncology" eine der größten und vermeidbaren Ursachen von Krebs weltweit.

In Österreich sind vor allem Humane Papillomaviren (HPV) für tausende Krebsvorstufen und Krebserkrankungen - vor allem Zervixkarzinome - verantwortlich. Aus diese Grund forderte am Dienstag, 28. Mai, der Wiener Gynäkologe und Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Paul Seveleda, von den politischen Verantwortlichen die Finanzierung der HPV-Impfung ein. Seine Devise: "Es reicht".

Sicher und gut verträglich

"Die Impfung gegen HP-Viren zur Vermeidung bzw. Risikoreduzierung von bestimmten Krebsarten gilt sowohl unter Behörden als auch Impfexperten als sicher und gut verträglich. Sie wurde bereits weltweit über 100 Millionen Mal verabreicht und ist in mehr als 120 Ländern zugelassen. Die Durchimpfungsrate in Österreich liegt bei rund zwei Prozent. - Im Vergleich zu Schottland oder Ruanda von mehr als 90 Prozent", hieß es in einer Aussendung.

In Österreich gibt es laut Schätzungen jährlich 700 vermeidbare Krebsfälle, die durch HPV ausgelöst wurden, dazu kommen 3.000 verhinderbare Operationen wegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals sowie 15.000 Fälle an Genitalwarzen. Das könnte durch die Impfung deutlich verringert werden. Zum Beispiel könnte die Impfung rund 70 Prozent der Fälle von Zervixkarzinomen verhindern.

Kein "populistisches Ping-Pong"

Die Österreichische Krebshilfe appelliert seit Jahren wiederholt an die politisch Verantwortlichen, eine Lösung anzubieten. Sevelda über die bisherigen Konsequenzen: "Was soll man davon halten, in Stellungnahmen und Presseaussendungen aller politischen Parteien immer wieder zu lesen, dass die Impfung gefordert und befürwortet wird, aber niemand handelt? Es reicht: Die Gesundheit unserer Kinder und der nächsten Generation ist nicht dafür geeignet, um 'populistisches Ping-Pong' zu spielen. Die HPV-Impfung wird von allen gefordert? Wunderbar! Und wer, wenn nicht Ihr (Verantwortungsträger; Anm.) könntet hier endlich eine Lösung finden?"

Österreich sei das einzige Land innerhalb der Europäischen Union, in dem es bis heute keine landesweite Regelung zur Übernahme der Finanzierung gebe. Dabei werde die HPV-Impfung im österreichischen Impfplan empfohlen. Alle im Parlament vertretenen Parteien hätten sich ebenfalls dafür ausgesprochen.

Nicht subventioniert mindestens 600 Euro

Ohne öffentliche Unterstützung kostet die Impfung (drei Teilimpfungen) zumindest rund 600 Euro. Seit Februar werden zum Beispiel in Vorarlberg deutlich kostenreduzierte HPV-Impfungen für Heranwachsende im Alter von zehn bis 14 Jahren angeboten.

Der Impfstoff kann mit Subvention durch das Bundesland um 54 Euro statt wie bisher um 190,65 Euro in der Apotheke gekauft werden. Die komplette dreiteilige Impfung kostet damit noch 198 Euro, was etwa einem Drittel des bisherigen Preises entspricht. Eine bundesweite Aktion dazu steht allerdings vor allem aus Finanzierungsfragen seit Jahren aus. (APA/red, 28.5.2013)

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    Eine bundesweite Subventionierung der HPV-Impfung steht vor allem aus Finanzierungsfragen seit Jahren aus.

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