Scharfe Konsequenzen für Kirchler gefordert

28. Mai 2013, 10:42
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Wacker-Innsbruck-Trainer hatte in Wolfsberg den vierten Offiziellen angerempelt - IG Referee: "Grenze des Tolerierbaren überschritten"

"Der Trainer sollte auch Vorbild sein", sagte Roland Kirchler am Montag auf einer Pressekonferenz. Der 42-jährige Wacker-Innsbruck-Coach präsentierte sich trotz der Feiern nach dem Klassenerhalt überraschend fit. Weniger vorbildlich war Kirchlers Verhalten am Sonntag in Wolfsberg, wo der Trainer den vierten Offiziellen Markus Hameter anrempelte. Leicht, aber doch. Die folgende Anzeige wird erst kommende Woche behandelt, wie die Bundesliga am Montag mitteilte.

IG Referee hofft auf Sperre

Für Bernhard Brugger, Pressesprecher der Interessengemeinschaft Referee, hört sich der Spaß an dieser Stelle auf. "Ich erwarte zumindest eine saftige Geldstrafe", sagte Brugger am Dienstag im Gespräch mit derStandard.at. Noch angemessener wäre "eine Sperre in der neuen Saison für zwei, drei Spiele, wie international üblich". Laut Brugger stand freilich keine Verletzungsabsicht hinter dem Rempler, trotzdem müsse die Vorbildfunktion gewahrt werden, "sonst hat der vierte Offizielle keine leichte Aufgabe mehr. Die Grenze des Tolerierbaren ist weit überschritten." 

Auch Johann Hantschk, der Vorsitzende des Schiedsrichterkomitees, fordert scharfe Konsequenzen: "Dieser tätliche Angriff, der auch von mangelndem Respekt gegenüber den Schiedsrichtern zeugt, ist absolut intolerabel und auf das Schärfste zurückzuweisen - auch aufgrund der tragischen Attacken auf Schiedsrichter im Ausland in den vergangenen Monaten. Darum muss hinsichtlich möglicher Nachahmungstäter ein klares Zeichen gesetzt werden, dass ein derartiges Verhalten in Österreich nicht zu tolerieren ist. Die körperliche Sicherheit der Spieloffiziellen muss zu jedem Zeitpunkt geschützt werden."

Tödliche Attacken auf Schiedsrichter

Im vergangenen Dezember war der Schiedsrichterassistent Richard Nieuwenhuizen in den Niederlanden an den Folgen einer Prügelattacke jugendlicher Fußballer gestorben. Anfang Mai starb der 46-jährige Referee Ricardo Portillo in den USA ebenfalls an seinen schweren Verletzungen nach einem Angriff eines 17-Jährigen. (APA/red, derStandard.at, 28.5.2013)

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    Durchatmen bei Roland Kirchler. Aber nur kurz.

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