ÖVAG-Banker: Bund stimmte gegen Entlastung

27. Mai 2013, 18:04
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Wien – Sehr dicke Luft hat vorigen Donnerstag bei der Hauptversammlung (HV) der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) geherrscht. Als zweiter Tagesordnungspunkt stand die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für 2012 an – und bei der Abstimmung kam es zu einer unliebsamen Überraschung. Zwar wurden letztlich alle ÖVAG-Verantwortlichen entlastet – aber einige nur mit knapper Mehrheit.

Denn der Bund, der seit dem Vorjahr 43,3 Prozent an der ÖVAG hält und bei der HV 114,6 Mio. Stimmen (von 263,7 Mio.) hatte, hat all jenen, die zum Zeitpunkt der Verstaatlichung schon an Bord waren, seine Stimme versagt. Vorbereitet war darauf niemand, „dass der Bund das nicht angekündigt hat, kam gar nicht gut an", so ein HV-Teilnehmer. Vertreten ließ sich der Bund von Alexander Mazurkiewicz, einem Beamten aus dem Finanzministerium.

So kam es, dass der Bund gegen die Entlastung der Ex-Vorstandsmitglieder Gerald Wenzel (ging Ende April 2012), Martin Fuchsbauer (bis Ende 2012) und Wolfgang Perdich (bis Ende September 2012) gestimmt hat – aber auch gegen die des amtierenden Vize-Bankchefs Michael Mendel. Er ist seit 2009 im Führungsgremium.

Auch den zahlreichen Aufsichtsräten, die bis 26. April 2012 im Kontrollgremium saßen, verweigerte Aktionär Bund seine entlastende Stimme, darunter Ex-Aufsichtsratschef Hans Hofinger und seinem Vorgänger, Walter Zandanell von der Volksbank Salzburg. Im Ministerium begründet man den für die Betroffenen unerquicklichen Akt so: Man möchte etwaige Ansprüche des Bundes gegen sie wahren. (gra, DER STANDARD, 28.5.2013)

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