Heinisch-Hosek will an mehreren Schrauben drehen

23. Mai 2013, 16:41
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Die AK-Studie über Wiedereinstiegsprobleme nach der Karenz zieht eine politische Diskussion entlang bekannter Parteilinien nach sich

Wien - Das von der Arbeiterkammer präsentierte "Wiedereinstiegsmonitoring" (dieStandard.at berichtete), wonach vor allem Frauen durch die Karenz massive Nachteile beim Erwerbseinkommen erleiden, hat am Donnerstag wieder die frauen- und familienpolitische Debatte aufleben lassen. Die Diskussion verlief dabei erwartungsgemäß entlang der bekannten parteipolitischen Linien.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek forderte ein Drehen an mehreren Schrauben, um die Nachteile für Frauen zu beseitigen. Am Rande eines Besuchs der AK-Baby Beruf Bildung-Messe in Wien trat Heinisch-Hosek neuerlich für die Schaffung von ausreichenden Betreuungsplätzen ein, damit Mütter nach der Karenz rasch wieder in den Beruf zurückkehren können. Außerdem bekräftigte sie ihre Forderung nach einem Papamonat auch in der Privatwirtschaft. ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser forderte ebenfalls einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze sowie eine Informationspflicht der ArbeitgeberInnen bei Vollzeitausschreibungen, damit Teilzeitkräfte auf Vollzeit umsteigen können.

Ausbau von Krippen und Kindergärten

Auch die Grünen fordern Maßnahmen, um eine stärkere Beteiligung der Männer an der Familienarbeit zu erreichen. Ihr Ziel ist es, das Kinderbetreuungsgeld so zu verändern, dass Vater und Mutter allmählich gleich lange ihrem Beruf fern bleiben. Das Grüne Karenzmodell sieht daher eine Reduktion auf ein einkommensabhängiges Modell für alle vor, das maximal bis zum 18. Lebensmonat des Kindes in Anspruch genommen werden kann. Wesentlich daran ist eine Ausdehnung der Partnermonate sowie ein automatisierter Papamonat nach der Geburt eines Kindes, erläuterten Familiensprecherin Daniela Musiol und Frauensprecherin Judith Schwentner. Auch für die Grünen müssen der weitere Ausbau von Krippen und Kindergärten sowie eine Ausdehnung der Öffnungszeiten Vorrang haben.

ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl wandte sich hingegen gegen ein Schlechtreden von Teilzeitarbeit, weil die Mehrheit der Beschäftigten damit zufrieden sei. Der AK warf sie vor, in ihrer Studie mit veralteten Zahlen zu operieren. Das Bild habe sich inzwischen grundlegend verändert: Seit der Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes gingen auch viele Väter in Karenz. Seit 2008 seien rund 31.000 neue Kinderbetreuungsplätze mit Fokus auf die Kleinkindbetreuung geschaffen worden. Damit habe man die Betreuungsquote für unter 3-Jährige von 14 auf 21,8 Prozent gesteigert.

"Geringschätzung der Arbeit der Hausfrau"

FPÖ-Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller wandte sich dagegen, die Frau auf ihre Rolle am Arbeitsmarkt zu reduzieren, "was eine Geringschätzung der Arbeit der Hausfrau sowie der geleisteten Erziehungsarbeit ausdrückt." Um die Einkommensnachteile von Frauen auszugleichen, forderte Kitzmüller eine volle Anrechnung der Kindererziehungszeiten im Pensionsrecht. Bei Postenbesetzungen im staatlichen Bereich wünscht sich die FPÖ-Familiensprecherin Vorrang für Mütter und Väter, um die Obsorgepflichten zu würdigen. (APA, 23.52013)

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    Heinisch-Hosek fordert mehr Betreuungsplätze, damit Mütter nach der Karenz rasch wieder in den Beruf zurückkehren können.

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