Google investiert in fliegende Windturbinen

23. Mai 2013, 13:43
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Experimentalabteilung verleibt sich Makani Power ein

Google X, Heimat der berüchtigten "X Labs", in denen oft geheime Langzeittvorhaben verfolgt werden, hat den Windturbinenhersteller Makani Power übernommen.

Wing 7, das fliegende Kraftwerk

Das besondere an Makanis Turbinen: Sie fliegen und liefern ihren Strom per Kabel an die Relaisstation am Boden. Wie pressetext berichtete, hatte man schon Ende 2011 einen Prototypen namens "Wing 7" am Start, der bis zu 20 Kilowatt erzeugen konnte.

"Wing 7" operierte 2011 auf bis zu 400 Meter Höhe und beherrscht sowohl Vertikal- als auch Horizontalflug. Das genannte Leistungsniveau wird bei Windgeschwindigkeiten von etwa 35 km/h erreicht. Die karbon-basierte Konstruktion wiegt rund 58 Kilogramm.

Vielfältig einsetzbar und günstig

Zukünftige Ausgaben sollten größere Höhen erreichen und mehr Energie liefern können. Das damals ausgegebene Ziel war es, bis 2015 ein marktreifes Produkt zu schaffen, das auf 550 Metern Höhe einen Megawatt erzeugen kann. Wing 7 kann mittlerweile schon auf bis zu 600 Meter aufsteigen.

Der Vorteil der Technologie liegt in der Möglichkeit, sie in auf konventionellem Wege schwer erschließbaren Gegenden einzusetzen. Zudem kostet der Bau eines Turbinen-Kites wesentlich weniger als die Errichtung eines konventionellen Windkraftwerks. Als eher problematisch beurteilt ein Fraunhofer-Experte gegenüber pressetext das lange Kabel sowie das Absturzrisiko mit potenziell teuren Folgen.

"Chance zur Energiewende"

Google gehört, wie The Verge schreibt, schon seit 2007 zu den Investoren des Unternehmens. Der Kauf – die Geldsumme ist bislang nicht an die Öffentlichkeit gelangt – ist ein starker Indikator dafür, dass der Tech-Riese deutliche Fortschritte registriert hat und großes Potenzial in den fliegenden Kraftwerken sieht.

Makanis Cheftechniker beschreibt die Technologie als nichts Geringeres, als eine Chance zur Energiewende: "Wenn wir Erfolg haben, können wir uns von einem Großteil der fossilen Brennstoffe unabhängig machen."

Aus Googles X-Labs stammen auch andere bekannte Unternehmungen, etwas das Projekt mit dem Ziel, selbstfahrende Autos zu etablieren. Auch die Vorarbeit zu "Glass" wurde vom experimentellen Arm des Konzerns geleistet. (gpi, derStandard.at, 23.05.2013)

(Video: Testflug des Wing 7)

  • "Wing 7" in Aktion.
    foto: makani power

    "Wing 7" in Aktion.

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