Smartphone-Bildschirme werden flexibel und unzerstörbar

23. Mai 2013, 11:19
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Differenzierung von der Konkurrenz ist für Smartphone-Hersteller zunehmend zur Herausforderung geworden

Schon bald könnten Smartphones mit flexiblen Leuchtdioden-Bildschirmen zum Alltag gehören. LG Display kündigte am Montag den Prototypen eines flexiblen Fünfzoll-Displays mit OLED-Technik an. Besucher der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas haben bereits die Mobiltelefon-Prototypen von Samsung gesehen. Für die ebenfalls aus Südkorea stammende Firma LG sind sie jedoch eine Premiere.

Ersatz

Es ist der jüngste Vorstoß von LG bei der Vermarktung ihrer OLED-Technik, die bereits in zahlreichen LG-Produkten eingesetzt wird. LG nimmt seit Ende April Vorbestellungen für seinen gekrümmten 55-Zoll-Fernseher mit OLED-Technik entgegen, der auf einen im Januar vorgestellten neuen Flachbildfernseher folgte. LG Display liefert den Bildschirm für die Geräte.

Bei den mobilen Geräten setzt LG die organische OLED-Technik bislang nicht ein. Bald sollen die flexiblen OLED-Bildschirme aber die traditionellen LCD-Bildschirme ersetzen.

Laut Analysten hat die OLED-Technik gegenüber LCD-Bildschirmen Vorteile, wenn es darum geht, Bildschirme biegsam zu bauen. Das ist vermutlich der Grund für den OLED-Schwenk von LG.

Trend hohe Auflösung und niedriger Stromverbauch

Derzeit belegt LG Electronics Platz drei im globalen Smartphone-Markt nach Samsung Electronics und Apple. Bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen im April kündigte das Unternehmen ein Smartphone-Modell mit biegsamen Bildschirm auf OLED-Basis an.

„Die jüngsten Trends gehen in Richtung hohe Auflösung und niedriger Stromverbauch bei kleinen und mittelgroßen Bildschirmen und OLED und ultrahohe Auflösung bei den großen", sagte LG-Technikchef Yeo Sang-Deok. LG Display sei für "die schnell wachsende Nachfrage nach neuen technischen Verbesserungen" gerüstet, fügte er hinzu.

Die Differenzierung von der Konkurrenz ist für Smartphone-Hersteller zunehmend zur Herausforderung geworden. Laut Branchenbeobachtern würden biegsame Bildschirme die Konkurrenz neu beleben. Etwas schnellere Chips oder etwas bessere Bildschirme sind inzwischen gewöhnlich geworden.

Hindernisse

Allerdings müssen die Hersteller noch einige Hindernisse überwinden, bis Bildschirme, die Nutzer nach Belieben zusammenrollen und biegen können, reif für die Massenproduktion sind. Das Smartphone mit dem biegsamen Bildschirm, das LG noch dieses Jahr auf den Markt bringen will, soll einen unzerstörbaren Plastikbildschirm besitzen, der als erste Generation den Auftakt für die Entwicklung flexibler Bildschirme bilden soll.

Sowohl LG als auch Samsung versuchen das Thema voranzutreiben. Die Bildschirme sind darauf ausgelegt, auch durch Stürze nicht zu zerbrechen. Außerdem sollen sie leichter als heutige Displays sein. Samsung hat sich noch nicht dazu geäußert, wann es das erste Smartphone mit flexiblem Bildschirm auf den Markt bringen will. (MIN-JEONG LEE, WSJ.de/derStandard.at, 23.5. 2013)

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    LG und Samsung arbeiten an flexible Bildschirmen für Smartphones.

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