Der Vorteil der Langsamkeit

22. Mai 2013, 18:53
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Beim GP von Monaco pflegen die Boliden vergleichsweise langsam unterwegs zu sein. Das schont die Reifen. Änderungen, so Hersteller Pirelli, sollten nur minimale Auswirkungen auf sportliches Gleichgewicht haben

Monaco - Am Sonntag wird der Grand Prix von Monaco gegeben. Vor dem sechsten von heuer 19 WM-Rennen führt der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull (89 Punkte) vor den Ex-Champions Kimi Räikkönen (85/Lotus) und Fernando Alonso (72/Ferrari). Das große Thema sind nach wie vor die rasch verschleißenden Reifen. Doch in den engen Häuserschluchten Monacos wird vergleichsweise langsam gefahren, langsamer als auf jeder anderen Strecke im Kalender. Auflösungserscheinungen bei den Pneus sind daher an diesem Wochenende kaum zu erwarten. Das macht dem Trainingskaiser Mut, dem Mercedes-Piloten Nico Rosberg, der zuletzt zweimal en suite auf die Pole Position gefahren war. In der WM hat er es erst auf 22 Punkte gebracht.

"Im Qualifying sind wir wahrscheinlich wieder weit vorne dabei", wagt Rosberg eine Prognose für das Zeittraining am Samstag. Und weil das Überholen in Monaco nahezu unmöglich ist, sagt er auch: "Auf dieser Strecke ist die Startposition so entscheidend, dass diese Qualifikation die wichtigste des Jahres ist."

FIA-Regelment gegen radikale Reifenveränderung

Angesichts von im Schnitt vier Boxenstopps je Auto in Barcelona hatte der Hersteller Pirelli für das übernächste Rennen in Montreal eine Rückkehr zu einem Reifen ähnlich dem Vorjahresmodell angekündigt. Zur Freude der Teams Red Bull oder Mercedes, die mit den Pneus bisher nicht optimal zurechtgekommen sind. Doch nach einem Einspruch des Automobil-Weltverbandes (Fia) werden die Änderungen geringer ausfallen als angenommen.

Die Fia beruft sich auf Artikel 12.6.3 des technischen Reglements, wonach die Reifenspezifikationen für eine Saison jeweils ab 1. September des Vorjahres bekannt sein müssen - und nur bei Sicherheitsbedenken oder Zustimmung aller Teams geändert werden dürfen. Ferrari, Lotus oder Force India, die ihr schonender Umgang mit den Gummis bevorteilt, dürften sich verweigern. "Unser Ziel ist es, dass die Änderungen nur minimale Auswirkungen auf das sportliche Gleichgewicht haben", betonte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery aus England. "Einige Teams haben hart daran gearbeitet, ihr Paket aus Chassis und Reifen zu maximieren. Wir werden versuchen, diese Arbeit so wenig wie möglich zu verändern."

Pirelli erinnerte daran, dass mit Ausnahme von Suzuka die Strecken mit dem größten Gummiabrieb bereits absolviert sind. In Monte Carlo etwa werden nur zwei Stopps erwartet. "Pirelli könnte auch Reifen produzieren, die man vor dem ersten Saisonrennen aufsteckt und nach dem letzten herunternimmt", erklärte Bernie Ecclestone, der Chefvermarkter der Formel 1. "Das wäre aber einfach, sehr einfach." (sid, red, DER STANDARD 23.05.2013)

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    Bis jetzt war es in Monte Carlo beschaulich. Am Donnerstag wird es etwas lauter, da steigt das erste Formel-1-Training.

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