Niemetz soll saniert, nicht verkauft werden

16. Mai 2013, 15:35
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Gläubiger stimmen Sanierung zu. Südamerikanischer Investor soll bis 21. Mai mehr als 4,1 Millionen Euro auftreiben

Wien - Die Rettung des schwer angeschlagenen Schwedenbombenherstellers Niemetz mit Sitz in Wien scheint doch noch gelungen zu sein. Die Gläubiger segneten am Donnerstag den Sanierungsplan des insolventen Unternehmens ab. Angeboten wurde schließlich eine 95-prozentige Barquote, wie Roman Tabhaz vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) informierte.

Das Geld - mehr als 4,1 Millionen Euro - muss nun bis 21. Mai beim Masseverwalter eingelangt sein. Schaffen will Niemetz das mit einem Investor aus Südamerika. Um wen es sich bei dem angeblichen Retter handelt, wurde den Gläubigervertretern nicht mitgeteilt.

Grossnigg abgesprungen

Zuletzt wurde vorrangig der heimische Investor Erhard Grossnigg mit seiner Austro-Holding als potenzieller Retter gehandelt. Dieser sprang allerdings in letzter Minute ab. Für ihn dürfte sich der Einstieg bei Niemetz - die Rede war von einer 70-Prozent-Beteiligung - offenbar nicht gerechnet haben.

Der in Wien-Landstraße ansässige Traditionsbetrieb Niemetz kämpft seit Monaten ums Überleben. Anfang Februar wurde ein Sanierungsverfahren beantragt. Die Vorzeichen, dass die Rettung nun tatsächlich noch gelingt, stehen mit dem heutigen Gläubigervotum nicht allzu schlecht. Zur Gänze überzeugt ist die Wirtschaftsauskunftei Creditreform aber nicht. "Ob die bisherigen Gesellschafter darüber hinaus auch über ein nachhaltiges Konzept für eine erfolgreiche Fortführung verfügen, bleibt zu hoffen", meinte Prokurist Gerhard Weinhofer in einer Aussendung.

Plan B

Fließt das Geld nicht rechtzeitig, hätte bei einem Verkauf wohl der Tiroler Lebensmittelgroßhändler Interfood die besten Karten. Das Unternehmen war bisher Höchstbieter im Fall einer Veräußerung und hatte ein verbindliches Angebot von 3,6 Millionen Euro gelegt. Weiter im Rennen ist laut KSV auch die rumänische Meinl-Tochter Heidi Chocolat S.A., die für den Schwedenbombenhersteller rund drei Millionen Euro hinblättern will. (APA, 16.5.2013)

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    Der in Wien-Landstraße ansässige Traditionsbetrieb Niemetz kämpft seit Monaten ums Überleben.

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