18 Jahre Haft für Mordversuch an Exfrau in St. Pölten

15. Mai 2013, 16:50
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Geschworene folgten der Anklage und werteten Tat als versuchten Mord

St. Pölten - Wegen versuchten Mordes an seiner Exfrau ist ein 29-jähriger Mann am Mittwoch am Landesgericht St. Pölten zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das einstimmige Urteil der Geschworenen ist nicht rechtskräftig: Der Mann, der eine Tötungsabsicht bestritten hatte, legte volle Berufung ein, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Gewallttat nach Verurteilung

Erschwerend wurde gewertet, dass die Gewalttat in der Probezeit drei Monate nach einer einschlägigen Verurteilung - und vor allem vor den Augen des gemeinsamen zweijährigen Sohnes - verübt worden war. Schauplatz war ein Parkplatz vor einem St. Pöltner Möbelhaus, in dessen Restaurant sich das in Scheidung begriffene Paar zu einer Aussprache getroffen hatte. Der Mann stieg anschließend gegen ihren Willen in ihr Auto, zog ein Küchenmesser mit 17 Zentimeter langer Klinge aus seiner Jackentasche und stach es ihr in den Brustkorb - der nach unten verlaufende Stichkanal war laut dem Gerichtsmediziner 20 Zentimeter lang und führte zu ausgedehnten Einblutungen.

Mehrere Passanten, die Schreie gehört hatten und sahen, wie der Mann vor dem Wagen mit Fäusten auf die auf dem Boden liegende Frau einschlug, kamen dem Opfer zu Hilfe bzw. rannten dem flüchtenden Täter nach und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Sie hätte sich selbst gestochen, habe er zu ihnen gesagt, meinten die Zeugen.

Zurechnungsfähigkeit attestiert

Aus psychiatrischer Sicht war der Mann zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig und befand sich nicht in einem psychischen Ausnahmezustand. Es wurde auch keine geistige oder seelische Abartigkeit festgestellt. Es tue ihm leid, sagte er, bevor sich die Geschworenen zur Beratung zurückzogen. (APA, 15.5.2013)

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