Blutpräparate in Tirol sollen sicherer werden

7. Mai 2013, 16:14
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Die Vermehrung von Viren und Bakterien soll durch Pathogen-Inaktivierung verhindert werden

Das Risiko, in Österreich durch eine Bluttransfusion zu erkranken, sei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen und ab etwa dem Jahr 2000 auf einem konstant niedrigem Niveau, erklärt Harald Schennach, Leiter der Transfusionskommission des LKH Innsbruck. Trotzdem sei die Bedingung für Krankheitserreger derzeit sehr günstig.

"Durch die Klimaveränderungen kommen Gelsen aus tropischen Ländern zunehmend auch in unsere Breitengrade und bringen Krankheiten mit", meinte Schennach. Das West Nil Virus verbreite sich bereits auch in Europa. "In Ungarn, Slowenien und Italien gibt es schon Verbreitungsgebiete. Das Virus steht vor unserer Tür", sagte der Arzt. Doch auch Malaria, das Denguefieber und das Chikungunya-Virus würden zunehmend ein Risiko bei Bluttransfusionen darstellen.

Mehr Sicherheit

Ein neues Verfahren soll in Tirol die Sicherheit von Blutpräparaten in Zukunft erhöhen. Bei der sogenannten Pathogen-Inaktivierung werden Moleküle in die DNA der Krankheitserreger eingesetzt, die sich im Spenderblut befinden. Dadurch können sich diese nicht weiter vermehren, erklären die Experten.

Durch die neue Behandlungsmethode der Blutspenden habe außerdem die Aufbewahrungszeit der Präparate von fünf auf sieben Tage erhöht werden können. "Dadurch konnte der Verwurf von Blutspenden von zehn auf zwei Prozent verringert werden" sagte Walter Nussbaumer, Oberarzt am Zentralinstitut für Bluttransfusion und immunologische Abteilung der TILAK.

Einsatz in Wien und Innsbruck

Europaweit wird das "Intercept Blood System" der Firma Cerus bereits in 20 Ländern angewandt. "Die Methode ist nun seit rund zehn Jahren im Einsatz und bisher konnten keine negativen Auswirkungen durch die Behandlung des Blutes festgestellt werden", versicherte Nussbaumer. In Österreich kommt diese Methode derzeit lediglich in Wien und Innsbruck zum Einsatz.

Die Pathogen-Inaktivierung könne bisher allerdings lediglich bei Thrombozyten und dem Blutplasma durchgeführt werden. "Wir testen zur Zeit an einer Methode, die auch bei Erythrozyten angewandt werden kann", sagte Johannes Irsch von der Firma Cerus. Diese soll bis 2016 vorliegen. (APA/red, 7.5.2013)

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    Europaweit wird das "Intercept Blood System" der Firma Cerus bereits in 20 Ländern angewandt.

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