Schmerz: Kombination von Entzündung und Nervenimpulsen

29. April 2013, 13:25
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Mit experimentellem Ansatz von Wiener Wissenschaftlern nachgewiesen

Wien - Schmerz ist eine Kombination aus Entzündungsreaktionen sowie Prozessen im Zentralnervensystem und in Gedächtniszellen. Diese altbekannte Tatsache hat ein Wissenschaftlerteam um Burkhard Gustorff, vom Wiener Wilhelminenspital, in einem experimentellen Ansatz eindeutig belegt, hieß es am Montag in einer Presseaussendung der MedUni Wien.

Verwendet wurde dabei das sogenannte "Sonnenbrandmodell". Dabei wurde nachgewiesen, dass nicht nur der Sonnenbrand selbst Schmerzen verursacht, sondern dass diskrete Reizungen des peripheren Hautgewebes ebenfalls Schmerzen auslösen. Mit Hilfe eines "künstlichen Sonnenbrands" durch UVB-Strahlung wurde ein kleines Haut-Areal schmerzempfindlich gemacht. Nach 24 Stunden war die Schmerzintensität am (leichten) Sonnenbrand am höchsten, aber auch zum Beispiel durch sanfte Nadelstiche oder leichte Erwärmung zeigte sich das periphere Gewebe gereizt und schmerzempfindlich.

Erregungsprozesse

"Das ist der Nachweis", so Gustorff, "dass beim Sonnenbrand die Überempfindlichkeit der Haut nicht nur durch die oft schmerzhafte Entzündungsreaktion ausgelöst, sondern auch durch Erregungsprozesse im Zentralnervensystem gesteuert wird." Der Wissenschaftler leitet auch einen von der MedUni Wien organisierten postgraduellen Universitätslehrgang für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ismed). (APA , 29.4.2013)

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